Sport : Am Ende versandet

Union spielt gegen 1860 München lange Zeit besser, verliert durch ein Tor kurz vor Schluss aber 0:1

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Armdrücken. Unions Dominic Peitz (r.) versucht den Ball an der Außenlinie gegen Stefan Aigner zu behaupten.Foto: dpa
Armdrücken. Unions Dominic Peitz (r.) versucht den Ball an der Außenlinie gegen Stefan Aigner zu behaupten.Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Da staunte Antonio Rukavina. Der Rechtsverteidiger von 1860 München stand bei einem Eckball für seine Mannschaft zur Absicherung an der Mittellinie, als plötzlich Torwart Gabor Kiraly auf ihn zu lief. Mit beiden Händen schob er Rukavina in Richtung Unions Stürmer John Jairo Mosquera. „Aufwachen! Näher dran sein!“, sollte das wohl heißen. Es war nicht die einzige Situation, bei der Kiraly im Mittelpunkt stand. Mit mehreren spektakulären Paraden rettete der Ungar 1860 München am Freitag den 1:0 (0:0)-Sieg beim 1. FC Union.

Dabei hatte es lange nicht nach einem Erfolg der Münchner ausgesehen. Union bestimmte vor 14 037 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei lange Zeit das Geschehen. Einzig Kiraly war es aus Münchner Sicht zu verdanken, dass die Gäste nicht schon frühzeitig einem Rückstand hinterherlaufen mussten. So rettete der ehemalige Torwart von Hertha BSC mehrmals in höchster Not gegen Dominic Peitz und Torsten Mattuschka. Nur einmal war Kiraly geschlagen, aber Rukavina stoppte einen Freistoß von Mattuschka per Kopf vor der Torlinie. „Wenn wir da ein Tor machen, läuft das Spiel ganz anders“, sagte Unions Paul Thomik hinterher. Und Trainer Uwe Neuhaus fand: „In den ersten 25 Minuten hatten wir genügend Chancen, das Spiel zu entscheiden.“

In dieser Phase war deutlich zu erkennen, warum 1860 in den vergangenen acht Spielen nur einmal gewinnen konnte: In der Defensive standen die Spieler von Trainer Reiner Maurer oft zu weit von ihren Gegenspielern entfernt, und der Angriff versprühte ohne den gesperrten Ex-Nationalspieler Benjamin Lauth kaum Gefahr. Das änderte sich erst Mitte der ersten Halbzeit, als Unions Verteidiger Daniel Göhlert den Ball in die Beine von Münchens Stefan Aigner spielte und dieser Torwart Marcel Höttecke zu einer Parade zwang. Göhlert war von Trainer Uwe Neuhaus überraschend für Ahmed Madouni in die Startformation beordert worden, rechtfertigte seine Aufstellung aber mit einer ansonsten fehlerfreien Leistung. Einen Tag vor dem Spiel hatte Göhlert seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag bei den Berlinern bis zum 30. Juni 2013 verlängert.

An Göhlert lag es jedenfalls nicht, dass die Münchner mit zunehmender Spielzeit immer besser in die Partie kamen. Stefan Bell und Kevin Volland hätten die Gäste kurz vor der Pause in Führung bringen können. Auf der Gegenseite vergab Santi Kolk mit dem Pausenpfiff aus drei Metern die Riesenmöglichkeit zur Führung. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel schwächer, was auch an dem miserablen Boden in der Alten Försterei lag. Auf dem sandigen Untergrund, der nur noch einige wenige grüne Stellen aufweist, blieb die Spielkultur auf der Strecke. Konstruktive Aktionen kamen auf beiden Seiten kaum noch zustande, Ungenauigkeiten bestimmten das Bild. Als sich alle Beteiligten schon mit einem torlosen Unentschieden abgefunden hatten, nutzte Kevin Volland die sich ihm nach Vorlage von Kai Bülow bietende Gelegenheit und schob aus kurzer Distanz zum Siegtreffer für die Gäste ein.

Union hatte auf den späten Gegentreffer keine Antwort mehr und blieb auch im vierten Spiel seit dem Wiederaufstieg gegen die Münchner sieglos.

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