Sport : Amerell reicht Klage gegen Kempter ein

Frankfurt am Main - Der ehemalige DFB-Schiedsrichterfunktionär Manfred Amerell hat beim Landgericht Hechingen eine Schadensersatzklage gegen Referee Michael Kempter eingereicht. Das erklärte Amerells Anwalt Jürgen Langer und bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Zudem habe jedes Mitglied des DFB-Präsidiums die schriftliche Aufforderung bekommen, innerhalb von zehn Tagen Amerells Schadensersatzansprüche gegen den Verband „materiell und immateriell“ anzuerkennen. „Wenn in dieser Zeit nichts passiert, werden wir auch Klage gegen den DFB einreichen“, sagte Langer. Dabei gehe es um den Vorwurf des Organisationsverschuldens.

Im Zivilprozess gegen Kempter will Amerell 150 000 Euro erstreiten. Der 27 Jahre alte Kempter hatte Amerell vorgeworfen, ihn sexuell belästigt zu haben. Amerell, früherer Schiedsrichter-Beobachter, bestreitet dies und trat am 12. Februar zurück. „Ziel dieses Prozesses ist eine Schmerzensgeldzahlung wegen übler Nachrede und Verleumdung“, sagte Langer. Auch beim DFB-Kontrollausschuss erstattet Amerell Anzeige gegen Kempter. Schließlich verfolge der Kontrollausschuss „jeden Leuchtraketenwurf“, und es wäre „nicht nachvollziehbar, wenn ein Schiedsrichter jemanden der sexuellen Nötigung bezichtigt und der Kontrollausschuss nicht ermittelt“, wird Amerell in der „SZ“ zitiert.

In der Causa gegen den DFB will Langer gerichtlich geltend machen, dass Amerell entgegen den Statuten „zu keiner Zeit das ihm zustehende rechtliche Gehör gewährt worden ist“. Wäre dies geschehen, hätte der Verband „erheblichen Schaden von ihm abwenden können“. dpa

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