American Football : Berlin Thunder entthront

Titelverteidiger Berlin Thunder hat den erneuten Gewinn des Worldbowls im American Football verpasst. Die Hauptstädter verloren am Samstag das Finale der Europa-Liga in Düsseldorf nach dramatischem Verlauf mit 21:27 gegen die Amsterdam Admirals, die damit erstmals den Titel holten.

Düsseldorf (11.06.2005, 22:05 Uhr) - Die Amsterdam Admirals sind das beste Football-Team Europas. In einem guten und am Ende dramatischen Finale um den XIII. Worldbowl sicherte sich das einzige nicht-deutsche Team in der NFL Europe mit einem 27:21 (7:0, 10:7, 7:0, 3:14)-Sieg gegen Berlin Thunder am Samstag erstmals den Titel. Mehr als 5000 «Oranje»-Fans unter den 35.134 Zuschauern in der Düsseldorfer LTU-Arena bejubelten den Erfolg bei der zweiten Endspiel-Teilnahme nach 1995. Während 2.000 mitgereiste Berliner Fans nach drei Worldbowl-Siegen in den vergangenen vier Jahren erstmals nach einem Finale Trauer trugen, wurden die insgesamt deutlich dominierenden Admirals gefeiert.

Als Admirals-Verteidiger Norman Lejeune dem fangbereiten Berliner Robert Redd den letzten Pass von Thunder-Quarterback Dave Ragone aus der Hand schlug, war der Sieg perfekt. Über drei Viertel hatten die Niederländer die Partie dominiert und eine 24:7-Führung herausgespielt. Entscheidend war die herausragende Leistung der Abwehr. Sie stellte den Berliner Angriff, der in den vorherigen beiden Aufeinandertreffen während der Saison 55 Punkte erzielt hatte, bis zum Schlussabschnitt vor große Probleme.

In der Offensive führte Spielmacher Kurt Kittner, der auch als bester Spieler ausgezeichnet wurde, ruhig und vor allem fehlerfrei Regie. Berlins Quarterback Dave Ragone zeigte dagegen erst im Schlussabschnitt seine Qualitäten; er leistete sich im zweiten Quarter mit einem fallen gelassenen Ball, den Amsterdam postwendend zum zweiten Touchdown nutzte, einen verhängnisvollen Fehler.

«Wir konnten im Angriff unsere Verletzten nicht gleichwertig ersetzen», sagte Berlins Abwehrrecke Christian Mohr, «daher geht der Admirals-Sieg wohl in Ordnung. Aber wir haben bis zum Schluss gefightet, da brauchen wir nicht enttäuscht zu sein.» Ruvell Martin, der im Finale seinen 13. Touchdown der Saison für Amsterdam erzielte, meinte: «Welch ein Tag, solch eine Kulisse, ein Klasse-Spiel. Wir haben verdient gewonnen, weil wir uns während der Saison am meisten verbessert haben.» (tso)

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