Sport : America’s Cup: Furcht vor Terror

Warnungen verdrängen Streit um sportlichen Wettbewerb

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Der America’s Cup macht weiter von sich reden – allerdings nicht als sportlicher Wettbewerb. Nach wie vor kann nicht gesegelt werden, erst war Flaute, jetzt herrscht Sturm. Und zu all den schlechten Meldungen gesellte sich nun auch noch ein beängstigender Hinweis: Die neuseeländische Polizei hat am Dienstag vor einem möglichen Terroranschlag auf das weltberühmte Segelrennen in Auckland gewarnt. In einem Briefzentrum der größten Stadt Neuseelands seien am Freitag vier verdächtige Briefe abgefangen worden, sagte der Sprecher einer AntiTerror-Einheit der Polizei.

Die Briefe seien an diplomatische Einrichtungen der USA, Großbritanniens und Australiens sowie an eine Zeitung adressiert gewesen. In einem Brief seien Kristalle der giftigen Blausäure (Cyanid) gefunden worden. Die Briefe an die US-Botschaft und an die Vertretungen Australiens und Großbritanniens in der Hauptstadt Wellington seien identisch gewesen, fügte der Sprecher hinzu. In einem sei eine „kleine Menge Cyanid“ gefunden worden. Ein vierter Brief mit verdächtigem weißen Pulver sei an die Zeitung „New Zealand Herald“ in Auckland gesendet worden. Das Pulver sei negativ auf Milzbrand getestet worden. „Es ist eine eine ziemlich ernste Situation“, sagte der Sprecher. Im Januar vergangenen Jahres war ein Brief an die US-Botschaft geschickt worden, der genug Cyanid enthalten hatte, um bis zu 20 Menschen zu töten.

Rein sportlich passierte unterdessen nicht viel. Titelverteidiger Neuseeland setzt angesichts eines 0:3-Rückstandes gegen die Schweizer Herausforderer vom Team Alinghi offenbar weiter auf eine Verzögerungstaktik. Trotz der erneuten Absage der vierten Wettfahrt am Dienstag weigerten sich die Gastgeber, einer Verlegung des Rennens auf den wettkampffreien Mittwoch zuzustimmen. Die Crew der Eidgenossen mit ihrem deutschen Sportdirektor Jochen Schümann hatte sich dafür ausgesprochen.

Das vierte Rennen, bei dem die Alinghi auf den möglicherweise vorentscheidenden vierten Punkt in der Best-of-nine-Serie hofft, kann nun frühestens am Donnerstag ausgetragen werden. Um das Warten zu überbrücken, trainierte die Besatzung der Schweizer Yacht am Dienstag bei durchschnittlich 25 Knoten Wind mit Böen bis zu 40 Knoten (Windstärke 8-9) auf dem Hauraki Golf. Selbst zeitweilig starker Regen und bis zu zwei Meter hohe Wellen hielten Skipper Russell Coutts und sein Team nicht ab, die beiden Rennyachten SUI 64 und SUI 75 auf ihre Zuverlässigkeit zu testen. Tsp

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