Sport : America’s Cup: Neuseeland gewinnt Drama

Ingo Petz

Valencia - Die Boote hatten noch nicht einmal die Ziellinie gekreuzt, da waren sich die Beobachter in Valencia schon einig: Das dritte Final-Rennen um den 32. America’s Cup wird als Klassiker in die Segel-Geschichte eingehen. Vor den großen Leinwänden im Cup-Hafen raunten, lachten die Alinghi- und Neuseeland-Fans, schauten dann wieder schockiert oder jubelten im Minutentakt. Niemand konnte glauben, was sich da auf dem Wasser abspielte. Bei unberechenbaren Windbedingungen schlug Neuseeland schließlich den Titelverteidiger Alinghi mit einem Vorsprung von 25 Sekunden. 2:1 steht es jetzt in der „Best-of-nine“-Serie für den Herausforderer. Bei den favorisierten Schweizern dürfte nun die große Nervosität einziehen, auch wenn Alinghis Sportdirektor Jochen Schümann meinte, dass er seiner Crew „heute keinen Vorwurf“ machen könne. „Der Wind hat das Rennen entschieden.“ Nach der ersten Niederlage hatte der 53-Jährige seine Mannschaft noch für einen taktischen Fehler kritisiert, der dem Cup-Sieger von 2003 den sicheren Sieg gekostet hatte.

Alinghi hatte nach dem ersten Abschnitt eines wegen unsteter und seichter Winde mit zwei Stunden Verspätung gestarteten Rennens schon wie der klare Verlierer ausgesehen. Die Schweizer gewannen zwar den Start, aber Neuseeland erwischte mit der rechten die bessere Seite und schoss innerhalb kürzester Zeit 380 Meter in Führung. Dann kam der Titelverteidiger zurück, Neuseeland verpatzte am Leetor das Spinnaker-Manöver, bei dem der Vorschiffmann Richard Meacham sogar für kurze Zeit über Bord ging. Alinghi überholte und fuhr zeitweise auf 150 Meter davon. Auf dem letzten Vorwind-Kurs wechselte die Führung noch dreimal, bevor Neuseeland kurz vor der Ziellinie endgültig davonzog. Neuseeland ist seiner Mission, den Cup nach der Niederlage von 2003 in den Südpazifik zurückzuholen, einen großen Schritt näher gekommen. Ingo Petz

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