America's Cup : Neuseeland triumphiert mit 7:1

Neuseeland holt den Cup zum dritten Mal nach 1995 und 2000. Entscheidend sind Ausnahmetalent Burling - und technologische Innovationen.

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Neuseelands Steuermann Peter Burling mit dem America's Cup, der ältesten Sporttrophäe der Welt. Foto: Reuters/Mike Segar
Neuseelands Steuermann Peter Burling mit dem America's Cup, der ältesten Sporttrophäe der Welt.Foto: Reuters/Mike Segar

Geld ist nicht alles. Nicht mal beim America’s Cup, dieser Obsession der Superreichen, die für eine viel zu große und viel zu silberne und viel zu nutzlose Trophäe Unsummen ausgeben, um das schnellste Boot mit den besten Seglern an Bord für sich ins Rennen zu schicken. 136 Jahre lang lagen die Amerikaner deshalb immer vorne. In den Werften dieses aufstrebenden, reichen, innovativen Landes wurden die effizientesten Jachten gebaut. Und so hätte es auch diesmal kommen können.

Als Cupverteidiger verfügt das Oracle Team USA über das mit Abstand größte Budget. Doch die Silberkanne verloren hat es schließlich an das Emirates Team Neuseeland, das nach der dramatischen Niederlage vor vier Jahren diesmal auf staatliche Zuwendungen verzichten musste, aber den Ehrgeiz nicht aufgab, den Cup zurückzuholen, dessen Gewinn 1995 das kleine Land im Pazifik in einen nationalen Rausch versetzt hatte und allgemein als Lohn dafür betrachtet worden war, die besten Profisegler der Welt hervorgebracht zu haben.

Mit Peter Burling stand den Neuseeländern diesmal erneut ein Ausnahmetalent zur Verfügung. In Rio hatte der 26-Jährige im 49er olympisches Gold gewonnen, vier Jahre zuvor in London bereits die Silbermedaille. Und da die neuen 45-Fuß-Katamane des 35. America’s Cup athletische Typen wie ihn und seine Crew brauchen, hat der elf Jahre ältere US-Skipper Jimmy Spithill am Ende keine Chance. Er verliert auch das neunte Rennen gegen den fehlerlos bleibenden Herausforderer.

Entscheidend für den neuseeländischen 7:1-Triumph waren technologischen Richtungsentscheidungen, die lange vor den Cup-Regatten in Bermuda fielen. So bauten die Kiwis ihr hydralisches Bordsystem um vier Pedalgeneratoren auf, die von Beinkraft angetrieben wurden. Mit dem Effekt, dass sie über ein Viertel mehr Energie verfügten, die auch mit der Dauer eines Rennens nicht signifikant abnahm. Während alle anderen Teams so früh wie möglich mit den Trainingseinheiten in Bermuda begannen, hielten sich die Kiwis abseits, um ihre Innovation vor Nachahmung zu schützen.

Ihre Überlegenheit zeigte sich im letzten Rennen erneut. Trotz der verlorenen Beschleunigungsphase am Start zogen sie an den Amerikanern bald vorbei, ließen das Schwere unendlich leicht aussehen, wie es nur jene tun, die den Cup als ihr Anrecht betrachten. Kein Geld der Welt kann das wettmachen.

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