Sport : Amerika bietet zu wenig

Eisbären-Spieler Walser will nicht in die NHL

Claus Vetter

Berlin - Die National Hockey-League (NHL) rief und Derrick Walser freute sich. Wenn man als reiferer Eishockey-Profi, der bisher nur 82 Partien in der NHL bestritten hat, so ein Angebot bekommt, dann ist das eine Ehre. Angebot? Die Carolina Hurricanes boten 75 000 Dollar Jahresgage brutto – für Walser ein Taschengeld. Bei den Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verdient der Kanadier viel mehr. Zudem droht ihm in den USA die Degradierung zu den Lowell Lock Monsters aus der Profiliga AHL. Walser hat Carolina daher abgesagt. Glück für die Eisbären, denn auf ihren spielstärksten Verteidiger hätten die Berliner, die drei Wochen vor DEL-Start noch keinen prominenten Zugang gemeldet haben, kaum verzichten können.

Die Berliner, die gestern ihr zweites Testspiel der Saison bei den Hannover Scorpions 1:6 (1:0, 0:3, 0:3) verloren, haben einen Grund für ihre zurückhaltene Verpflichtungspolitik. Viele Spieler werden, sagt Manager Peter John Lee, der NHL zum Saisonstart im Oktober noch den Rücken kehren – weil sie nicht im Reserveteam spielen möchten oder das finanzielle Angebot aus der NHL zu schlecht ist. „Dann werden wir schon noch Spieler verpflichten“, sagt Lee.

Nach der für die Spielerbudgets eingeführten Gehaltsobergrenze, dem „Salary Cap“, darf jeder Klub nicht mehr als 39 Millionen Dollar pro Saison ausgeben. Das Personal im Schatten der gut bezahlten Stars muss für wenig Geld in die NHL gelockt werden. Manchmal klappt das, so wie im Fall Michael Hackert. Der Stürmer von den Frankfurt Lions spielt künftig für Detroit. Die Red Wings werden Hackert keinen hoch dotierten Zwei-Jahres-Vertrag angeboten haben, allein Nicklas Lidström kassiert 7,6 Millionen Dollar in Detroit. Trotzdem überrascht das NHL-Engagement des 24-Jährigen. Hackert hat es noch nicht einmal zu einem Stammplatz im deutschen Nationalteam gebracht. Zudem erlitt er im Februar ein Schien- und Wadenbeinbruch, von dem er sich derzeit noch erholt.

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