Sport : Amnestie für Doper

SPD-Politiker fordert Aufklärung im Radsport

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Berlin/Frankfurt am Main - Der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Peter Danckert, fordert nach dem Doping-Bekenntnis des ehemaligen Radprofis Bert Dietz einen konsequenten Neuanfang der Antidoping-Politik sowie eine Amnestie für dopende Sportler. „Wir können den Dopingsumpf nur trockenlegen, wenn die Aktiven reinen Tisch machen und alle belastenden Dinge freimütig einräumen“, sagte der SPD-Abgeordnete. „Wer ein umfassendes Geständnis ablegt und sich an der Aufklärung beteiligt, muss die Chance für einen Neuanfang im dann dopingfreien Radsport erhalten.“ Aufgerufen seien Manager, Trainer und Betreuer, aber auch Sportfunktionäre, ihr Wissen über die kriminellen Machenschaften bekannt zu geben.

Danckert forderte den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und den Deutschen Olympischen Sportbund auf, schnellstmöglich die Voraussetzung für eine Amnestie zu schaffen. Es gelte, national und weltweit mit „einem sauberen Radsport von vorne zu beginnen“. Dabei sollten auch andere dopingbelastete Sportarten, wie etwa die Leichtathletik und das Schwimmen, diesen Aufklärungsschub umsetzen. Danckert geht davon aus, dass sich bald weitere Radprofis mit Doping-Geständnissen befreien werden.

Radsport-Präsident Rudolf Scharping erklärte am Dienstag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz, dass die geforderte Amnestie im sportrechtlichen Sinne sehr sorgfältig abgewogen werden müsse. „Eine Amnestie von gesetzlich vorgesehenen Sanktionen kann nur vom Gesetzgeber selbst beschlossen werden“, sagte Scharping, der zugleich den Ausbau der Dopingkontrollen hinsichtlich ihrer Quantität, aber auch in ihrer Qualität ankündigte. Scharping verwies erneut auf die klaren Anti-Doping-Richtlinien im Verband. Der BDR werde niemanden für einen Einsatz mit der Nationalmannschaft und für internationale Wettkämpfe nominieren, der sich einem schwerwiegenden Verdacht ausgesetzt sieht. Dies gelte für Sportler gleichermaßen wie für Sportliche Leiter, Trainer, Ärzte und Funktionsträger.dpa

Leitartikel und Seite 2

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