Sport : An Ailton verzweifelt

Mönchengladbach verliert 1:3 gegen Schalke

Richard Leipold

Mönchengladbach - Als Ailton kurz vor Schluss vom Feld ging, ließen die Fans des FC Schalke 04 ihn hochleben. Beim 3:1 (1:1)-Sieg bei Borussia Mönchengladbach waren dem brasilianischen Stürmer erstmals seit er für Schalke spielt drei Tore in einer Partie geglückt. Dank Ailtons Gala zog Schalke 04 als Tabellenzweiter nach Punkten wieder mit Spitzenreiter Bayern München gleich. „Es war wichtig zu beweisen, dass wir es auch auswärts noch können“, sagte Trainer Ralf Rangnick. Bei Auftritten in Kaiserslautern und Rostock hatte seine Mannschaft zuletzt nicht überzeugt. Rangnicks Berufskollege auf Gladbacher Seite, Dick Advocaat, sprach von einer „verdienten Niederlage“.

Seine Mannschaft habe versucht, den Schalkern spielerisch Paroli zu bieten. „Das war unser Problem“, sagte der niederländische Fußballlehrer. Noch auffälliger waren allerdings die Schwächen der Gladbacher Abwehr, die bei allen drei Gegentoren konfus wirkte.

Beide Parteien brauchten eine halbe Stunde, um ihre Betriebstemperatur zu erreichen. Ehe das von Vorsicht bestimmte Geplänkel in dauerhafte Langeweile ausartete, beschlossen die Spieler, den unterhaltsamen Teil des Abends zu eröffnen. Nach einem Steilpass aus dem Mittelfeld beförderte Ailton den Ball mit einem Volleyschuss knapp über das Ziel hinaus. Die Gladbacher Abwehr hatte sich noch nicht von diesem Schreck erholt, da hatte Sven Vermant zwölf Meter vor dem gegnerischen Tor freie Bahn, wusste mit der bis dahin besten Chance aber nichts anzufangen.

Allmählich wurde es aufregend. Auch die Borussia wagte sich nun weiter vor. Als eine weite Flanke von Jörg Böhme durch den Strafraum flog, geriet Verteidiger Christian Pander mit Wesley Sonck aneinander und schickte den Gladbacher Stürmer, nach Ansicht von Schiedsrichter Lutz Wagner, regelwidrig zu Boden. Pander räumte später ein, seinen Gegner berührt zu haben, wollte seine Tat aber „nicht als Foul sehen“. Den folgenden Elfmeter nutzte Böhme, der bis zur Winterpause für Schalke gespielt hatte, zu seinem ersten Bundesligator für die Borussia.

Schalke schlug unbeeindruckt zurück, profitierte beim Ausgleich allerdings von einem Fehler des Gegners. Verteidiger Milan Fukal spielte Vermant den Ball ohne Not in die Füße, der Belgier bediente Ailton, und der Brasilianer vollendete freistehend zum 1:1 (44.). Auch bei den folgenden Toren durch Ailton machte Gladbachs Abwehr keinen souveränen Eindruck. So stand Gladbachs Torwart Casey Keller zu weit vor seinem Tor, so dass Ailton den Ball raffiniert über ihn hinweg hob.

0 Kommentare

Neuester Kommentar