Sport : An Ansehen gewonnen

Was die Champions League den Volleys gebracht hat.

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Umsonst und draußen. Robert Kromm holte 157 Punkte für die Volleys. Foto: City-Press
Umsonst und draußen. Robert Kromm holte 157 Punkte für die Volleys. Foto: City-PressFoto: City-Press GbR

Berlin - Es sollte die letzte große Reise in dieser Saison werden. Acht Spiele lang dauerte die erste Champions-League-Saison der Volleys seit acht Jahren, bis in die Runde der besten zwölf schafften es die Berliner, dann mussten sie die Koffer packen. Nach dem knapp verlorenen Spiel gegen Titelverteidiger Zenit Kasan bestieg die Mannschaft am Mittwoch das Flugzeug, um über Moskau nach Berlin zurückzufliegen.

Dort herrscht Zweckoptimismus: „Das hätte man uns im Vorfeld nicht zugetraut“, sagt Manager Kaweh Niroomand über die beiden im fünften Satz entschiedenen Partien: „Die Spiele gegen Kasan waren wie zwei Mal Elfmeterschießen gegen Barcelona.“ Kasan hatte in der Vorrunde keinen einzigen Satz verloren, erst den Berlinern gelang es, die Russen unter Druck zu setzen.

Damit hat das Team sein Minimalziel mehr als erfüllt: Über die Gruppenphase hinauskommen, das war die Ansage für das Comeback in die internationalen Hallen. Mehr war kaum zu erwarten, denn an die Doppelbelastung mit zwei Spielen pro Woche und Reisen bis nach Nowosibirsk musste sich der Kader zuerst gewöhnen. International erfahrene Spieler wie Robert Kromm brachten zwar die nötige Erfahrung mit, doch die Flugreisen und Ausfälle wie der von Kapitän Scott Touzinsky zehrten an der Substanz. „Da hat am Ende einfach die Kraft gefehlt“, sagt Niroomand über den unglücklichen Abschluss in der tatarischen Hauptstadt.

Viel gewonnen habe man trotzdem, findet der Geschäftsführer: „Das Projekt BR Volleys wäre ohne die Champions League nicht so weit, wie es jetzt ist“, sagt Niroomand. Messbar wird das vor allem bei den Zuschauerzahlen. Über 7000 Zuschauer kamen zum Heimspiel gegen Kasan – „und das an einem Abend wo parallel Alba gespielt hat“. Selbst bei weniger attraktiven Heimspielen, wie etwa gegen Dresden, zogen die Volleys mehr als 3000 Zuschauer in die Max-Schmeling-Halle. Bei den Champions-League-Spielen schauten zusätzlich Fans über Internetstreams zu.

Die internationale Aufmerksamkeit bekommt der Klub schon zu spüren: „Wir erhalten jetzt viele Anfragen von Spielern und Spielerberatern.“ Finanziell schlägt die Champions League allerdings negativ zu Buche. Reise- und Übertragungskosten machen die prestigeträchtige Teilnahme am internationalen Wettbewerb zu einem Minusgeschäft für die Volleys.

Sportlich schreiben die Berliner schwarze Zahlen: Vier von acht Spielen entschieden sie für sich, unvergessen bleibt der Heimsieg gegen Lokomotiv Nowosibirsk. Und selbst nach den beiden Niederlagen ist Robert Kromm mit 157 Punkten der Top-Scorer der Champions League. „Es wäre jetzt aber vermessen, da Einzelne rauszupicken“, findet Kaweh Niroomand. Die Mannschaft habe als Ganzes zusammengehalten. Ganz umsonst sollen die Strapazen nicht gewesen sein: „Die internationalen Spiele sind das beste Training“, sagt er mit Blick auf das Heimspiel gegen Düren am Samstag. Zu ihrem Glück müssen die Volleys davor kein Flugzeug besteigen. Nantke Garrelts

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