Sport : An der Fleischplatte

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Wenn Tischtennisspieler dopen, dann doch allenfalls ihre Schläger und nicht ihre Körper. Mit Kleber und sonstigen Chemikalien bepinseln manche ihre Spielgeräte, auch wenn das gegen die Regel ist. Im Vergleich zu Hormonspritzen wirkt das eher putzig. Überhaupt gilt Tischtennis noch als Sportart der Anständigen, weil regelmäßig Spieler die Schiedsrichter zu eigenen Ungunsten korrigieren. Der Reflex auf die positive Dopingprobe des deutschen Nationalspielers Dimtrij Owtscharow darf dennoch nicht sein, dass Doping im Tischtennis sowieso nichts bringt.

Tischtennis ist in den vergangenen Jahren ein athletischer Hochleistungssport geworden, in dem schnelle Beine ebenso wichtig sind wie ein gutes Ballgefühl. Die Belastungen sind höher geworden, der Terminkalender wird immer enger. Da ist es nur logisch, dass auch die Versuchung gewachsen ist, dem Körper mit unerlaubten Mitteln bei dieser Stressbewältigung zu helfen.

Das heißt noch nicht, dass Owtscharow auch gedopt hat. Seine Erklärung, ein Fleischgericht habe zur positiven Dopingprobe geführt, kann durchaus stimmen. Zum betreffenden Zeitpunkt war Owtscharow in China. Es wäre eine bittere Pointe, wenn gerade ein chinesisches Schwein, Rind oder Huhn die Ursache für Owtscharows Fall wäre. Im Tischtennis führen schließlich alle Wege nach China. Mehrfach im Jahr reisen die besten Spieler zu Turnieren oder zum Trainieren dorthin. Die chinesische Fleischplatte dürfte jedenfalls im Tischtennis nun verschwinden.

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