An Ende der Hoffnung? : Hertha verliert "Entscheidungsschlacht" gegen Freiburg

Es sollte die Wende im Abstiegskampf werden, stattdessen tritt Hertha BSC weiter auf der Stelle. Die 1:2-Niederlage gegen den SC Freiburg ist besonders für einen Spieler auf Seiten der Berliner tragisch.

von
Die nächste Enttäuschung für Hertha BSC im Abstiegskampf. Freiburg jubelt nach dem Eigentor von Roman Hubnik, Nikita Rukavytsya ist konsterniert.Alle Bilder anzeigen
Foto: dapd
10.04.2012 21:13Die nächste Enttäuschung für Hertha BSC im Abstiegskampf. Freiburg jubelt nach dem Eigentor von Roman Hubnik, Nikita Rukavytsya...

Wäre Abstiegskampf nicht so ernst, wäre die Szene als durchaus komisch zu bezeichnen gewesen. Nach einer halbhohen Flanke des SC Freiburg war Roman Hubnik sichtlich überrascht. Der Verteidiger von Hertha BSC zeigte die Reaktion einer Tippkick-Spielfigur, riss das Bein hoch – und lenkte den Ball ins eigene Tor. Die "Entscheidungsschlacht" gegen den Abstieg, die Trainer Otto Rehhagel ausgerufen hatte, war nach sieben Minuten fast schon verloren. Als Hubnik Mitte der zweiten Halbzeit erneut schlecht aussah und Freiburg das 0:2 schoss, war Hertha besiegt. Dass der Tscheche noch zum 1:2 (0:1)-Endstand ins richtige Tor traf, war letztlich ohne Belang. Schlimm nur, dass er sich in der hektischen Schlussphase auch noch den Knöchel vertrat und Hertha das Spiel in Unterzahl beenden musste. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt geht Hertha bei nur noch vier ausstehenden Spielen allmählich verloren, auch wenn die Konkurrenten Köln und Augsburg ebenfalls verloren.

Otto Rehhagel vertraute auf die gleiche Elf wie zuletzt beim 0:0 in Mönchengladbach. Die Freiburger kamen so selbstbewusst ins Olympiastadion, wie man mit sechs ungeschlagenen Spielen in Folge eben reist. Schon nach einer Minute musste Hertha-Torwart Thomas Kraft zupacken, der Kopfball von Sebastian Freis war jedoch kaum als gefährlich zu bezeichnen. Die Berliner hatten von Beginn an mehr Ballbesitz, was freilich daran lag, dass der Ball ratlos in der eigenen Hälfte hin- und hergepasst wurde. Nur Andreas Ottl ließ sich oft zurückfallen und versuchte sich an so etwas wie Spielaufbau. Meist folgten lange Bälle auf die Außen, die nicht ankamen, oder in die Mitte, die die hoch stehende Freiburger Abwehr schnell entwendete. Überhaupt spielten die Gäste so, wie Hertha gerne gespielt hätte: nach Ballgewinnen mit langen, genauen Bällen oder vielen kurzen Pässen über die schnellen, beweglichen Angreifer nach vorne. 

Bei Hertha hatten Linksverteidiger Lewan Kobiaschwili und Innenverteidiger Felix Bastians einige Male Abstimmungsprobleme. So nach sieben Minuten, als nach einem Einwurf Garra Dembélé problemlos zwischen beiden hindurchlief und Hubniks Eigentor vorbereiten konnte. Es war bereits das zweite kuriose Eigentor des Tschechen in dieser Saison. Schon in der Hinrunde hatte er in Kaiserslautern ins eigene Tor getroffen. 

Seite 1 von 2 Artikel auf einer Seite lesen

127 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben