Sport : An Erfahrung gewonnen

Kohlschreiber scheidet bei den Australien Open aus

Alexander Hofmann

Melbourne - So ist das also, wenn man bei den Großen mitspielt. Philipp Kohlschreiber nimmt neben der Prämie von 44 000 Euro eine ganze Menge neuer Erkenntnisse mit nach Hause, wenn er von Australien nach Bayern zurückreist. Der Tennisprofi ist zwar gestern als letzter Deutscher im Einzel bei den Australian Open in Melbourne ausgeschieden, bescheinigte sich aber selbst, sich „gut präsentiert“ zu haben. Recht hatte er: Beim 3:6, 6:7 (6:8), 1:6 im Achtelfinale gegen den Weltranglistenzweiten Andy Roddick zeigte er trotz der Niederlage durchweg eine ansprechende Leistung.

Für Kohlschreiber spricht neben seiner Leistung die Fähigkeit zur Selbstkritik. „Ich wollte die Punkte zu sehr erzwingen, weniger wäre oft mehr gewesen“, sagte der 21-jährige in München lebende Augsburger. Seine große Chance verpasste er im Tiebreak des zweiten Satzes, als er 3:1 in Führung ging und die nächsten Punkte mit eigenen Fehlern versiebte. Und dann war da natürlich auch noch der Aufschlag des US-Amerikaners, der mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 228 Stundenkilometern übers Netz zischte. „Ich habe leider nicht so eine Megareichweite“, sagte der mit 1,83 Meter für einen Tennisprofi eher durchschnittlich große Spieler. Wenn der Ball aber jemals ins Spiel kam, war Philipp Kohlschreiber dem US-Open-Sieger von 2003 ebenbürtig.

Immerhin durfte er sich an Rufen wie „Philipp für Deutschland“ aus dem Publikum erfreuen, die sich schon bald bewahrheiten könnten, wenn wieder der Daviscup ansteht. Daviscup-Kapitän Patrick Kühnen äußerte sich lobend über Philipp Kohlschreiber, auch wenn der selbst noch abwiegelt. Sollte er aber seine Form von Melbourne konservieren können, ist dem jungen Deutschen noch viel zuzutrauen. Immerhin hat er – wenn auch mit etwas Glück – die bekannteren Namen wie Nicolas Kiefer, Tommy Haas und Rainer Schüttler in Melbourne in den Schatten gestellt. Jetzt fehle ihm vor allem noch die Konstanz, die gute Leistung auch einmal über mehrere Monate bringen zu können, sagte Philipp Kohlschreiber. Und er hofft, dass seine zukünftigen Gegner jetzt wissen: „Der hat was drauf.“

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