Sport : An sich selbst gescheitert

Angola scheidet nach dem 1:1 gegen Iran aus

Armin Lehmann

Leipzig - Zwei Spielzüge, ein Tor. So einfach kann Fußball sein. Pass von Figueiredo rechts hinaus auf Ze Kalanga, Flanke hinein auf Flavio – 1:0 für Angola. Es war der schönste Spielzug dieser Partie der Gruppe D zwischen Iran und Angola, in der die Afrikaner es in der Hand hatten, die nächste Runde zu erreichen, weil Portugal die Mexikaner besiegte. Doch so schön der Spielzug zum Tor auch war, es war der einzige, der funktionierte. Am Ende stand es 1:1 (0:0), und Angola hatte nicht nur den Einzug ins Achtelfinale verpasst, sondern auch den ersten Sieg bei der ersten WM-Teilnahme.

Hinterher war darüber aber kein Angolaner böse. Die Fans hatten seit dem 1:0 nicht mehr aufgehört zu tanzen, und in der Mannschaft war das meist gehörte Wort: Stolz. Trainer Luis Goncalves hatte sogar „ein sehr gutes Spiel gesehen“, was es in Wahrheit nicht war, aber er hatte dann doch Recht mit der Einschätzung: „Wir wussten, bei der WM müssen wir verhindern, dass wir viele Tore kassieren. Und das ist uns gelungen. Wir fahren mit erhobenem Haupt nach Hause.“

Angola beeindruckte in allen drei Spielen in erster Linie mit läuferischen Qualitäten und der meist gut gestaffelten Abwehr. Gerne spielte das Team auch schnell nach vorn, doch hier traten die Fehler auf, weil der ballführende Spieler meist den Kopf nicht hob und so den Moment zum Abspiel versäumte. Vor allem Ze Kalenga brachte sich so meist um den Lohn seiner Arbeit. Aber er übte so lange, bis der Pass saß und das Tor fiel. Auf der Gegenseite wollte sich der Iran mit einem Sieg verabschieden, um die Ehre zu retten. Chancen gab es, bei der besten köpfte Ali Daei über das Tor, einen anderen Kopfball von Hashemian rettete Mendonca auf der Linie. Erst nach einer Ecke des fleißigen Zandi köpfte Verteidiger Bakhtiarizadeh den verdienten Ausgleich (75.).

Mit Iran scheidet nun eine Art Höflichkeitsweltmeister aus. In ihrem Basiscamp am Bodensee waren alle begeistert von der Offenheit und Freundlichkeit, die Gegner bekamen bei der Seitenwahl statt des üblichen kleinen Wimpels einen eingerahmten Wandteppich überreicht und dazu ein hübsch verpacktes Geschenk. Der mexikanische Torwart hatte vor dem ersten Spiel sogar einen Blumenstrauß von den Iranern bekommen, weil sein Vater gestorben war. Mit Höflichkeit gewinnt man zwar keine Punkte, aber Sympathien.

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