Analyse : Taktikschule: Wie Griechenland heute gegen Russland Tore schießen will

Heute spielt Griechenland gegen Russland (20.45 Uhr/ZDF). Unser Experte Mathias Klappenbach erklärt in der täglich erscheinenden Taktikschule das System von Otto Rehhagel.

Mathias Klappenbach
Taktikschule GRE
Drei Stürmer. Im zweiten Gruppenspiel gegen Russland am Samstag wollen die Griechen endlich offensiver auftreten.Grafik: Bartel

Sehr defensiv aufgestellt hatte Otto Rehhagel seine Griechen beim 0:2 gegen Schweden. Dass er es aber nicht ganz so destruktiv gemeint hatte, war ihm durchaus anzusehen. Die Rückkehr zum Libero war die in eine weit zurückliegende Vergangenheit des Fußballs. Das gilt inzwischen sogar für die Griechen, die 2004 mit Libero und sehr vereinzelten Offensivaktionen Europameister geworden waren, vor diesem Turnier aber oft im 4-3-3-System gespielt hatten. Nach der verheerenden Kritik an Rehhagels Taktik, die auch aus der Mannschaft kam, und Rehhagels Kritik an der steinzeitlichen Interpretation der Mannschaft seiner steinzeitlichen Ausrichtung ist nun heute gegen Russland mit der Rückkehr zum offensiveren System zu rechnen.

Auch das will natürlich interpretiert sein. Die beiden Außenstürmer Charisteas und der gegen Schweden nur eingewechselte Amanatidis (Foto rechts) sollen Gekas, der seine große Stärke bei steilen Anspielen hat, mit Pässen und Flanken versorgen. Die bei den vier Gegentoren gegen Spanien hölzerne russische Innenverteidigung soll so der wendige Gekas in Schwierigkeiten bringen. Charisteas und Amanatidis werden zuvor meist mit langen Pässen gesucht, häufig aus er defensiven Dreierreihe im Mittelfeld, die – so viel Sicherheit muss sein – vor der Viererkette verteidigt. Diese Dreierreihe wird die entscheidenden Duelle mit der der Russen führen, die viel mehr auf Kombinationen setzen, um ihren Stoßstürmer Pawljutschenko einzusetzen. Auch die technisch starken Russen müssen darauf hoffen, bis zur Innenverteidigung durchzukommen, dort hat bei den Griechen der sonstige Libero Dellas ein deutliches Schnelligkeitsdefizit. Russland macht Druck, Griechenland kontert mit drei Stürmern – von der taktischen Grundausrichtung her könnte es ein attraktives, durchaus offensives Spiel zweier Teams werden, die dringend gewinnen müssen. Wenn es die Spieler so interpretieren.

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