Sport : Anatomischer Vorteil

Dortmund ist beim 4:1 über Bochum gewillt, eine wechselvolle Saison noch zu einem guten Ende zu bringen

Felix Meininghaus

Dortmund. Viel gesehen hat man in letzter Zeit nicht von Tomas Rosicky. Wie auch, derzeit ist der Spielmacher mit gebrochenem Arm arbeitsunfähig geschrieben und lässt sich in seiner tschechischen Heimat von seiner Mutter bekochen. Dafür ist er mit einem Spruch auffällig geworden. „Mit mir spielt die Mannschaft ja schon schrecklich, aber ohne mich spielt sie gespenstisch.“ Die Aussage hat dem abwanderungswilligen Spielmacher tausend Euro Strafe eingebracht und galt den Kollegen zudem als Aufforderung, das Gegenteil zu beweisen.

Beim Heimspiel gegen den VfL Bochum ist den Dortmundern dieses Unterfangen vor 81000 Zuschauern im beinahe ausverkauften Westfalenstadion eindrucksvoll geglückt. Am Ende hatten sie das Überraschungsteam aus der Nachbarschaft mit 4:1 (3:1) in die Schranken gewiesen und die 0:3-Niederlage aus der Hinrunde wettgemacht.

Es war das letzte von insgesamt sechs Revierderbys in dieser Saison, die in der Summe wesentlich mehr Brisanz beinhalteten als gemeinhin, weil sich die Kontrahenten aus Dortmund, Schalke und Bochum derzeit auf Augenhöhe begegnen. Zudem haben die Duelle ihre Bedeutung über die Region hinaus, denn nach Lage der Dinge wird nur der Gewinner der Ruhrgebiets-Meisterschaft am Ende der Saison mit einer Startberechtigung für den Uefa-Pokal ausgestattet.

Sieben Spieltage vor Toresschluss stellt sich die Lage spannender dar denn je: Schalke führt das Trio aus dem Pott als Tabellenfünfter mit 43 Zählern an, im Windschatten folgen die punkt- und torgleichen Dortmunder und Bochumer. Wobei der BVB gestern Abend dokumentierte, dass er gewillt ist, eine wechselvolle Saison zu einem guten Ende zu bringen. Vor allem in der schwungvollen ersten Halbzeit spielten die Gastgeber mit viel Elan und ungewohnter Ballsicherheit. Bereits in der 9. Minute wurde das Engagement mit der Führung durch Jan Koller belohnt. Der mit 2,02 Metern längste Bundesligaspieler nutzte beim Kopfball endlich mal seine „anatomischen Vorteile“ (Bochums Trainer Peter Neururer).

Selbst durch den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Peter Madsen (14. Minute), bei dem die Dortmunder Hintermannschaft erfolglos auf Abseits spekuliert hatte, ließ sich der BVB nicht von seiner Linie abbringen. Noch vor dem Seitenwechsel sorgten Salvatore Gambino (30.) und Torsten Frings, der kurz vor dem Pausenpfiff per Freistoß traf, für einen komfortablen Vorsprung. Acht Minuten nach dem Seitenwechsel gelang Ewerthon der Endstand, indem er einen an Gambino verursachten Foulelfmeter verwandelte.

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