André Rankel : Auf Felskis Spuren

Angreifer André Rankel könnte zur Identifikationsfigur bei den Eisbären Berlin werden. Er zählt zu den besten seiner Generation.

Claus Vetter
Eishockey Finale Olympia Qualifikation
Einer für die WM 2010. Nationalspieler André Rankel.Foto: dpa

Es ist nicht so, dass André Rankel ein rhetorisch unbeschlagener Mensch wäre. Auskunft gibt er gern und ausführlich, wenn es um seinen Arbeitgeber, die Eisbären Berlin, geht. Wird der Stürmer mit der Nummer 24 allerdings nach seiner eigenen Leistung gefragt, antwortet er zurückhaltend. So war es am Sonntag, nachdem Rankel drei Tore beim 6:2 des zum siebten Mal in Folge siegreichen Tabellenführers der Deutschen Eishockey-Liga beigetragen hatte. „Wir haben halt gut ins Spiel gefunden“, sagte Rankel. „Und bei mir hat das Zusammenspiel mit Sven Felski sehr gut funktioniert.“

In manchen Spielen der noch jungen Saison hatte Rankel auf dem Eis nicht so glücklich ausgesehen wie am Sonntag. Fünf Treffer hat der gebürtige Berliner bisher für die Eisbären erzielt – alle fielen in den beiden Partien gegen die Freezers. Hamburg liegt ihm: Schon in der Play-off-Viertelfinalserie gegen die Freezers in der vergangenen Saison gelangen ihm in vier Spielen fünf Tore. Peter John Lee sieht aber bei Rankel noch Entwicklungspotenzial. „Wir spielen ja leider nicht 25-mal gegen Hamburg in der Saison“, sagt der Manager der Eisbären. „Ein richtig guter Spieler, der Verantwortung übernimmt, ist man erst, wenn man jeden Tag seine Leistung bringt.“ Da könne sich André Rankel noch etwas abgucken von einem Steve Walker. Trainer Don Jackson sieht Rankel durchaus als Leistungsträger. „André ist ein Spieler mit NHL-Format“, sagt Jackson. „Ein großer kräftiger Junge, der sich in den meisten Zweikämpfen durchsetzt und immer Drang zum Tor hat.“

Mit der nordamerikanischen Profiliga NHL ist André Rankel noch nicht in Berührung gekommen. Rankel, einst vom Lokalrivalen Capitals gekommen, ist inzwischen neben Florian Busch der beste Spieler der jüngeren Generation in Berlin, die einst unter Jacksons Vorgänger Pierre Pagé ihre Chance bekam.

Der Wohlfühlfaktor für André Rankel in Berlin ist groß. „Es ist schön, dass wir seit Jahren zusammen spielen mit unserer Generation“, sagt er. Gut möglich, dass er irgendwann mal Nachfolger der Berliner Identifikationsfigur Sven Felski wird. Dieser hatte seine gesamte Karriere bei den Eisbären verbracht. André Rankel bisher zwar nicht, aber immerhin hat er immer in Berlin gespielt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben