Andreas Klöden : Ein Vertreter des guten alten Radsports

Durch die Teilnahme von Lance Armstrong rücken alle anderen Teilnehmer dieser Tour de France weit in den Hintergrund, das ist den Veranstaltern mangels Angebot an vermarktbaren Helden mehr als recht.

Besonders unauffällig bewegt sich zwischen diesen Nicht-Helden, die aber eine Chance auf eine vordere Platzierung haben, Armstrongs Teamkollege Andreas Klöden. Der Deutsche war zweimal Zweiter in Paris, in den Jahren 2004 und 2006. Da rutschte er einen Platz nach vorne, weil der Sieger Floyd Landis wegen Dopings disqualifiziert wurde. Auch Klöden wird des Dopings beschuldigt, im Abschlussbericht der Kommission zur Untersuchung des systematischen Sportbetrugs in der Uniklinik Freiburg. In dem Freiburger Bericht wird Klöden beschuldigt, 2006 unter der Regie des ehemaligen T-Mobile-Teamarztes Andreas Schmid Blut-Doping vorgenommen zu haben. „In seinem Arbeitszimmer im Universitätsklinikum hat Professor Schmid am 2. Juli 2006 den drei Radrennfahrern Sinkewitz, Kessler und Klöden jeweils ihr Eigenblut reinfundiert», heißt es in dem Bericht. Klödens Rechtsanwälte sprechen von „vagen Behauptungen“ und nannten das dreiköpfige Kommissions-Gremium, bestehend aus dem Juristen Hans Joachim Schäfer, dem Pharmakologen Ulrich Schwabe und dem Biochemiker Wilhelm Schänzer, „selbsternannte Experten“. Klöden selbst sagt nichts, so wie immer: Seit Jahren gibt er deutschen Journalisten keine Interviews, weil er sich ungerecht behandelt fühlt. Klöden steht dafür, dass die Vergangenheit des Radsports auch seine Gegenwart ist. Sein Fall steht vor dem klassischen Verlauf. Der Schweizer Verband, für den er startet, will den Fall zunächst eingehend prüfen und dann „über die Vorgehensweise beraten.“ Einen Zeitpunkt dafür könne man nicht nennen. Auch der Weltverband will erst einmal abwarten. Das kann alles dauern. Andreas Klöden ist jetzt 34 Jahre alt. klapp

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