Andrej Woronin : Die Sperre nach dem Schuss

Andrej Woronin wurde nach seiner Tätlichkeit für drei Spiele gesperrt. In den wichtigen Partien gegen Bremen, Hoffenheim und den Hamburger SV fehlt Herthas Top-Stürmer.

Milan Jaeger

Berlin - Ein Nachschuss im Fußball kann manchmal ein Tor einbringen. Der Nachschuss von Herthas Stürmer Andrej Woronin im Spiel gegen Hannover allerdings brachte nur lange Verhandlungen vor den Sportgerichten. Das Ergebnis ist schlimmer als ein Eigentor: Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre muss die kommenden drei wichtigen Spiele gegen Werder Bremen, bei der TSG Hoffenheim und gegen den Hamburger SV ohne ihren besten Torschützen bestreiten. Denn Andrej Woronin hatte Hannovers Leon Andreasen nicht nur getreten und daraufhin die Rote Karte gesehen, sondern ihm auch noch den Ball in den Rücken geschossen. Am Mittwoch verhängte nun das DFB-Sportgericht die Strafe.

Eigentlich wollte der Kontrollausschuss des DFB den Berliner „wegen einer Tätlichkeit gegen seinen Gegner und wegen eines sportwidrigen Verhaltens“ für vier Spiele sperren. Der Tritt sei mit drei Spielen Sperre zu ahnden und der folgende „Nachschuss“ mit zusätzlichen zwei Spielen. Da es aber zwei voneinander unabhängige Handlungen waren, wurde das Strafmaß für die zweite halbiert. „Dem Spieler kam zugute, dass er nicht vorbelastet war und ein sportwidriges Verhalten des Gegenspielers vorangegangen war“, sagte gestern Robert Weise von der DFB-Rechtsabteilung dem Tagesspiegel. Ansonsten hätte das Strafmaß noch deutlich höher ausfallen können, wie der parallele Fall des Hoffenheimers Carlos Eduardo zeigt. „Das Mindeststrafmaß für eine Tätlichkeit beträgt sechs bis acht Wochen“, legen die DFB-Statuten fest. Carlos Eduardo wurde einen Tag zuvor für fünf Spiele gesperrt, weil er im Spiel gegen Bochum eine heftige Tätlichkeit begangen und die Rote Karte gesehen hatte. Er ist zudem Wiederholungstäter.

Herthas Anwälte hatten Einspruch gegen die für Woronin geforderte Sperre eingelegt. „Vier Spiele sind einfach übertrieben“, hatte Manager Dieter Hoeneß gesagt. Letztlich erwirkte Hertha eine Ermäßigung von vier auf drei Spiele und nahm eine zusätzliche Geldstrafe von 10 000 Euro in Kauf. „Damit können und müssen wir jetzt leben“, heißt es nun beim Verein. Ob Woronin außerdem vereinsintern bestraft wird, ist noch unklar. Als Ersatz steht Marko Pantelic bereit.

Kann Hertha ohne Rückrundenheld Woronin noch Meister werden? Klubsprecher Hans-Georg Felder sagt dazu: „Das waren sowieso nicht unsere Träume.“

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