• Andy Roddick verhindert frühes WM-Aus Demnächst werden auch die Tennisprofis auf THG getestet

Sport : Andy Roddick verhindert frühes WM-Aus Demnächst werden auch die Tennisprofis auf THG getestet

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(dpa). Die Nummer eins ballte die Fäuste und inmitten des Getöses der 7000 Zuschauer im Tennisstadion von Houston, Texas, konnte man seine Erleichterung spüren. Mit Ach und Krach war Lokalmatador Andy Roddick an einem schlimmen VorrundenAus vorbeigeschrammt und hatte sich mit einem schmeichelhaften 6:3, 6:7 (4:7), 6:3 gegen den Argentinier Guillermo Coria als Zweiter der Roten Gruppe hinter Rainer Schüttler fürs Halbfinale des Masters Cup qualifiziert.

Eine ganze Tennisnation war erleichtert, denn nun ist am Sonntag (22 Uhr MEZ) das erhoffte amerikanische Finale zwischen Roddick und Andre Agassi noch möglich. Dazu musste sich der Australian-Open-Sieger und ATP-Weltmeister von 1990 allerdings erst einmal gegen seinen damaligen Finalgegner Schüttler durchsetzen. Und auch Roddick war gegen den Schweizer Roger Federer nicht gerade der Favorit (beide Spiele waren bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht beendet).

Was für eine Schmach wäre es gewesen, wenn Roddick sozusagen im eigenen Haus schon in der Vorrunde ausgeschieden wäre? Und das als Erster der Champions Race, der er auch am Ende der Saison sein wird. Das ist schließlich noch nie passiert seit Einführung des Champions Race vor drei Jahren. Immer war die Nummer eins auch Weltmeister geworden, ob sie nun Gustavo Kuerten (Brasilien/2000) oder Lleyton Hewitt (Australien/2001/2012) hieß.

Obwohl das Match gegen den wieselflinken Coria bis zuletzt eng war, gab es diesmal nichts zu mäkeln an den Schiedsrichtern. Das war insbesondere tags zuvor bei Agassis Sieg gegen David Nalbandian ganz anders gewesen. Der Argentinier fühlte sich verschaukelt. Rainer Schüttler hatte andere Sorgen. Er war sauer auf sich und seine Vorstellung gegen Carlos Moya. „Ich wäre schon gerne mit drei Siegen ins Halbfinale gegangen“, meinte er. Trotzdem hatte die Niederlage in zwei Sätzen auch etwas Gutes. Der Weltranglistensechste, der Agassi bei einem Erfolg überholen würde, war ausgeruht und ging fit in die Revanche für Melbourne.

Unterdessen wurde am Rande des Turniers bekannt, dass auch der Internationale Tennis-Verband (ITF) im Kampf gegen Doping Gewissheit haben will. Wie ITF-Präsident Francesco Ricci Bitti in Houston bestätigte, werden die in diesem Jahr bei den Grand-Slam-Turnieren, beim Davis Cup und beim Fedcup genommenen Proben auf das neue anabole Steroid Tetrahydrogestrinon (THG) nochmals untersucht. „Der Kampf gegen Doping ist für uns ein Muss. Es geht dabei um die Gesundheit der Sportler und die Glaubwürdigkeit unseres Sports“, sagte Ricci Bitti. Die US-Anti-Doping-Agentur (Usada) hat unterdessen bei Tests im US-Hochschulsport 29 „umstrittene Fälle“ bestätigt.

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