Sport : Angebot aus München

Bayerns Stürmer Alexander Zickler bringt sich bei Hertha BSC ins Spiel

Klaus Rocca/Oliver Trust

Roberto Pinto fasste sich entsetzt an den Kopf. Gerade hatte der kleine Mann mit dem großen Aktionsradius das Kunststück fertig gebracht, den Ball aus Nahdistanz am weit offenen Tor vorbeizuschießen und damit den durchaus möglichen Sieg gegen den VfL Wolfsburg zu vergeben. Vorwürfe machte ihm keiner. Fürs Toreschießen sind bei Hertha BSC schließlich eher andere zuständig. Doch die machen es derzeit kaum besser als Pinto. Gerade mal 18 Treffer in 16 Spielen hat Hertha zu Stande gebracht, nur drei mehr als der Abstiegskandidat 1. FC Kaiserslautern.

Wen wundert’s, dass Hertha nach Stürmern Ausschau hält. Am liebsten hätte man wohl einen vom FC Bayern, der doppelt so viele Tore erzielt hat wie die Berliner. Einer der Bayern hat gerade bestätigt, dass Hertha an ihm interessiert ist. „Es gab Kontakte zu Hertha“, sagte Alexander Zickler am Rande des Spiels in Stuttgart, wo er das erste Tor schoss. Dann fügte er hinzu: „Ich will auf jeden Fall im internationalen Geschäft bleiben.“ Da könnte es allerdings mit Hertha Probleme geben. Denn ob die Berliner auch in der nächsten Saison international mitmachen, ist höchst ungewiss.

Ein sofortiger Wechsel des neben Mehmet Scholl dienstältesten Profis im Kader des FC Bayern ist ohnehin unwahrscheinlich. „Ich werde auf jeden Fall bis zum Saisonende bei den Bayern bleiben“, sagt Zickler, dessen Vertrag noch bis 2004 läuft. Verließe er nach dieser Saison die Münchner, würde also eine Ablösesumme fällig werden. Die beträgt nach Zicklers eigenen Angaben rund fünf Millionen Euro. Ob Hertha so viel hinblättern würde, ist zweifelhaft. Zumal Zickler dann schon 29 wäre – für einen Stürmer ein stattliches Alter.

Dieter Hoeneß, Herthas Manager, dementiert ohnehin Kontakte mit Zickler. „Wir haben mit ihm keine Gespräche geführt. Ich hatte lediglich kürzlich mit seinem Berater Zimmermann über Zickler gesprochen. Doch dabei ging es nicht um einen Transfer zu uns“, sagt Hoeneß. Doch da Hoeneß nach dem Motto verfährt, Zugänge erst nach der Vertragsunterschrift bekannt zu geben, muss das Dementi nichts besagen. Gleichzeitig bestätigt er sein großes Interesse am Lauterer Miroslav Klose: „Es wäre sehr fahrlässig, sich nicht um ihn zu bemühen. Doch da befinden wir uns in guter Gesellschaft mit der halben Liga.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben