Sport : Angesagte Niederlage

Eisbären verspielen 3:1-Führung in Hannover und verlieren noch 3:4 nach Penaltyschießen

Claus Vetter

Hannover. Als Piere Pagé rund eine Stunde vor dem Spiel in einem Gang der riesigen Preussag-Arena umherwanderte, war eine Veränderung nicht zu übersehen. Der Trainer des EHC Eisbären trug eine Brille. „Beim Spiel trage ich wieder Kontaktlinsen“, sagte der Frankokanadier. Vermutlich hatte Pagé die Gläser nur zur Lektüre des Stadionheftes aufgesetzt, denn in der Postille gab es Erstaunliches zu lesen. Da versprach der Präsident der Hannover Scorpions einen Sieg seines zuletzt wenig erfolgreichen Teams. „Nach unseren Weihnachtsfeiern ist das nämlich immer so“, schrieb Jochen Haselbacher gleich an mehreren Stellen im Heft.

Besagte Festivität hatten die Scorpions am Sonntag, doch der Präsident sollte Recht behalten mit seiner Prognose. Nach einer 3:1-Führung verloren die Eisbären das Spiel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegem Hannover mit 3:4 (2:1, 1:1, 0:1/0:1) nach Penaltyschießen. Die Eisbären fielen in der Tabelle auf Platz zwei zurück.

Es war durchaus unterhaltsam, was vor 7000 Zuschauern in der Halle auf dem Messegelände geboten wurde. Achtmal in Folge hatten die Scorpions zuletzt verloren, doch es war nicht zu übersehen, dass die Hannoveraner die Worte ihres Präsidenten in die Tat umsetzen wollten. Zumindest am Anfang standen die Eisbären den Scorpions im Wege. In der Abwehr war es manchmal ein bisschen wacklig, aber vor dem Tor war es passabel, was die Berliner im ersten Drittel veranstalteten: Nach Treffern von Yvon Corriveau und Mark Beaufait schien nach elf Minuten schon alles für die Mannschaft von Pagé gelaufen. Zumal die Eisbären nach dem 2:0 noch für 48 Sekunden in 5:3-Überzahlsituation spielen durften. Dass den Berlinern gerade in dieser Situation kein Treffer gelang, beeinflusste den weiteren Spielverlauf. Plötzlich schoss Hannover das Anschlusstor durch Öberg, und auf einmal war alle Berliner Dominanz verflogen.

Auch das 3:1 für die nun unkonzentrierten Eisbären durch Boris Blank kurz nach Beginn des zweiten Drittels änderte daran nichts. Vor der zweiten Pause gelang Wilson das zweite Tor für die Scorpions und nach der Pause durch Karlsson sogar der längst verdiente Ausgleich. Und nach einer hektischen, aber auch torlosen Schlussphase, kam es zu einer Zugabe, welche Pagé wohl trotz Kontaktlinsen nicht hatte sehen wollen: Penaltyschießen. Dort wirkte Oliver Jonas völlig überfordert. Der Berliner Torhüter wurde gleich viermal bezwungen, Öberg gelang der entscheidende Treffer zum prognostizierten Sieg des Außenseiters.

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