Sport : Angesichts der millionenfachen Schulden droht sogar Lizenzentzug

Geldstrafe, Punktabzug oder Absturz in die Amateurliga? Wie ein Damoklesschwert schwebt das anstehende Lizenzierungsverfahren über der von millionenfachen Schulden belasteten Eintracht Frankfurt. Mittwochnacht um Punkt null Uhr läuft beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Abgabefrist der Unterlagen für die Teilnahme des hessischen Skandalklubs an der Bundesliga-Saison 2000/2001 ab. Dann beginnt für das Gründungsmitglied ein Tanz auf der Rasierklinge, der sogar mit Lizenzentzug und der Rückstufung in die vierte Klasse enden könnte.

Nach einer mehrfach in der Öffentlichkeit wiederholten Selbstbezichtigung von Eintracht-Schatzmeister Rainer Leben hat der Verein drei Mal gegen die DFB-Auflagen in eklatanter Weise verstoßen. Allein das würde ausreichen, um den auch sportlich um seine Existenz ringenden Traditionsverein erheblich zu bestrafen. Und trotz aller Beteuerungen aus der Führungsetage, die "Hausaufgaben rechtzeitig und ausreichend erledigt zu haben", drohen der Eintracht Sanktionen vom DFB, die Konsequenzen für den gesamten Ligabetrieb haben können.

Nach einer DFB-Satzungsänderung müsste die Eliteklasse bei einem Lizenzentzug sogar mit 17 Vereinen spielen. Sportlich abgestiegene Klubs können den dann frei gewordenen Platz nicht mehr einnehmen, da sie nicht von der Lizenzverweigerung Dritter profitieren dürfen.

"Ich bin überzeugt, dass wir ohne Strafe die Lizenz bekommen, weil wir alle Auflagen erfüllen werden", betonte Eintracht-Vizepräsident Peter Lämmerhirdt in Vertretung für Leben, der erst nach dem Abgabetermin von einer Geschäftsreise zurückkehren wird. Laut Leben hatte der Vermarktungsriese ISPR das vor der Saison der Eintracht gewährte Darlehen von rund 20 Millionen Mark in eine Barzuwendung umgewandelt, so dass der Klub schuldenfrei und nicht mit 14 Millionen Mark aktueller Verbindlichkeiten belastet sein soll. Bisher fehlt aber noch ein Partner, der mit einem Erwerb von 30 Prozent an einer von der Eintracht zur Ausgliederung der Fußball- Profiabteilung noch zu gründenden GmbH mehr als 30 Millionen Mark zur Sanierung beisteuert. Die Verhandlungen mit dem Vermartungsunternehmen IMG waren kurz vor Abschluss geplatzt. Im Gespräch ist nun der amerikanische Versicherungskonzern American International Group.

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