Sport : Angespannt und nervös Deutsches Fedcup-Team liegt 0:2 zurück

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Ettenheim - Die deutschen Tennis-Damen stehen im Fedcup-Viertelfinale gegen die USA mit dem Rücken zur Wand. Nach der 2:6, 6:3, 5:7-Niederlage von Anna-Lena Grönefeld gegen Jamea Jackson verlor auch die Augsburgerin Julia Schruff gegen die amerikanische Top-Spielerin Jill Craybas mit 6:4, 2:6, 5:7. Damit muss das deutsche Team heute in Ettenheim beide Einzel und das Doppel gewinnen, um den 0:2-Rückstand noch umzubiegen und ins Halbfinale am 15./16. Juli gegen den Gewinner der Partie zwischen Belgien und Russland einzuziehen. Trotz einer starken Vorstellung und eines Matchballs im dritten Satz verpasste Schruff den Ausgleich.

„Mit einem 0:2 hat natürlich keiner gerechnet“, sagte die deutsche Teamchefin Barbara Rittner. „Aber es spricht nichts dagegen, dass wir am Sonntag drei Punkte holen.“ Vor allem mit ihrer Nummer eins, Anna-Lena Grönefeld, konnte sie nicht zufrieden sein. „Sie hat heute nur 30 Prozent ihres Könnens gezeigt“, sagte die Fedcup-Chefin. „Sie war wie gelähmt.“ Auch die Weltranglisten-14. war niedergeschlagen. „Ich war total angespannt und nervös“, sagte sie. „Man hat gesehen, dass ich heute nicht mein bestes Tennis gespielt habe. Ich war viel zu passiv.“ Gegen ihre an Position 75 geführte Gegnerin wirkte sie verkrampft und ideenlos. „Ich bin ohne Respekt in das Spiel gegangen“, sagte die 19 Jahre alte Jackson.

Vor rund 3000 Zuschauern startete die 20 Jahre alte Nordhornerin mit einem Doppelfehler. Gleich ihr erstes Aufschlagspiel ging verloren, und auch im weiteren Spielverlauf leistete sich Grönefeld zu viele Fehler. Immer wieder suchte sie Blickkontakt zu Teamchefin Barbara Rittner, die sie animierte, öfter ans Netz zu gehen. „Ich konnte das Spiel nicht diktieren“, sagte Grönefeld.

Im zweiten Satz wurde sie vor den Augen der Fedcup-Gewinnerin von 1992, Anke Huber, etwas stärker und wirkte konzentrierter. Von den Fans angefeuert, gelang ihr beim Stand von 4:3 das entscheidende Break und nach 37 Minuten im zweiten Satz der Ausgleich. Im dritten Durchgang lag Grönefeld sogar bei eigenem Aufschlag mit 5:4 vorne, erstmals ging die Welle durch die Zuschauerreihen. Doch der Druck war am Ende zu groß. Nach 1:58 Stunden verwandelte die Fedcup-Debütantin Jackson ihren zweiten Matchball. „Als Führungsspielerin stehst du schon unter einem ganz anderen Druck“, sagte Grönefeld.

Dass der Weltranglisten-52. Schruff gegen Craybas trotz eines couragierten Auftritts nicht der erhoffte Ausgleich gelang, dürfte die deutsche Nummer eins noch mehr deprimiert haben. Schruff spielte ohne Scheu vor der in der Weltrangliste 13 Plätze vor ihr notierten Gegnerin, wurde im dritten Satz jedoch vom Glück verlassen. Von Wadenkrämpfen geplagt, fehlte ihr die Kraft, die Niederlage abzuwenden. Schruff sagte: „Ich habe mein Bestes gegeben, den Matchball muss ich reinmachen.“ dpa

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