Sport : Angreifen auf der Hausetappe

Flandern-Rundfahrt: Klier hofft auf Heimvorteil

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Berlin/Brügge - Olaf Ludwig, seit Saisonbeginn bei T-Mobile alleinverantwortlich auf dem Manager-Posten, ist unzufrieden. Sturz- und Verletzungspech, Krankheiten und sportliche Unzulänglichkeiten im Team setzen dem Ex-Profi zu. Die Woche der Wahrheit mit der 90. Flandern-Rundfahrt am heutigen Sonntag, Gent-Wevelgem am Mittwoch und Paris-Roubaix am Sonntag darauf könnte die Bilanz der Bonner aufbessern. „Wir sind nicht weiter als im Vorjahr um diese Zeit. Vieles ist nicht so gelaufen wie geplant“, sagte Ludwig, dem drei Monate vor dem Start der Tour de France besonders der augenblickliche Ausfall seiner Rundfahrer-Elite mit Jan Ullrich (Kniereizung) und Andreas Klöden (Schulteroperation) zu schaffen macht.

Ludwig hofft zunächst auf Sonntag: Das bevorstehende Radsport-Volksfest Flandern-Rundfahrt mit Hunderttausenden von Zuschauern wurde zuletzt von deutschen Profis mitbestimmt. Steffen Wesemann aus Wolmirstedt, seit vergangenem Oktober Schweizer Staatsbürger, gewann die „Ronde“ 2004, musste am Freitag aber wegen Atemwegsbeschwerden seine Teilnahme absagen. Sein Teamkollege Andreas Klier, vor zwei Jahren Sechster, wurde im Vorjahr Zweiter hinter Tom Boonen. Der Weltmeister und Lokalmatador ist trotz Erkältung erneut Topfavorit – seine bisherigen Saisonerfolge sprechen für ihn. Im Vorjahr schaffte Boonen das Double Flandern/Roubaix.

Aber der seit Jahren im flämischen Denderwindeke wohnende Klier kneift nicht vor Boonen, wenn es auf die 258 Kilometer mit den 17 Steigungen geht. „Ich ziehe so lange hier nicht weg, bis ich dieses Rennen gewonnen habe. Wir haben ein starkes Team, wir können auch Boonen schlagen“, sagte der 30-Jährige, der mit seinem Sieg bei Gent-Wevelgem 2003 seinen bisher größten Erfolg feierte. Der Russe Sergej Iwanow ist ein weiterer Trumpf der Bonner beim vierten ProTour-Rennen der Saison.

Ansprüche meldet auch das Milram-Tandem Erik Zabel/Alessandro Petacchi an, das bei Mailand-San-Remo seinen hohen Ansprüchen nicht gerecht werden konnte. Diesmal sieht die Mannschafts-Regie Zabel, im Vorjahr Vierter, in der Chefrolle. Die Arbeitsteilung brachte in San Remo für den Vorjahressieger Petacchi Rang zwei, nachdem Zabel im Finale Tempo für seinen italienischen Kollegen gemacht hatte.

Aber auch Heinrich Haussler, der Hoffnungsträger des Gerolsteiner-Teams, der in dieser Saison schon zwei Etappen der Murcia-Rundfahrt gewann, hat sich viel vorgenommen.„Mein gesamtes Wintertraining habe ich auf die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix ausgerichtet“, sagt er. dpa

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