Sport : Angst und Ohnmacht

Nach dem 2:2 gegen Gladbach steht Kaiserslautern unter Schock

Oliver Trust

Kaiserslautern. Wenn Angst die Glieder lähmt, hilft nur lautes Pfeifen. Die Fußballfreunde im Fritz-Walter-Stadion zu Kaiserslautern tun das seit Wochen. Auch nach dem 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach prasselten Pfiffe auf die Kicker aus der Pfalz nieder. Es war eine Art Schockzustand, der sich in den Gesichtern spiegelte. Ein Punkt nur noch vor Abstiegsrang 16. Eine Mannschaft, die Teamgeist und Einsatzwillen nur noch aus der Vergangenheit kennt. Ein Spielerkader, der mehr am Telefon hängt, um Angebote anderer Klubs zu sondieren. Wie Hohn klang die Aufforderung von den Rängen: „Wir wollen euch kämpfen sehen.“ Nicht einmal das schafften sie nach der Gelb-Roten Karte für Obradovic gegen zehn Gladbacher.

Trainer Kurt Jara saß im Presseraum wie ein Häufchen Elend. Nach ein paar dürren Worten verschwand der Österreicher. Als gehe es um einen vorderen Platz im Wettbewerb des deutschen Kleinkunstpreises für Kabarettisten, berichtete Klubchef René C. Jäggi von seinem „grenzenlosen Optimismus“, ohne schamvoll zu erröten. Man muss wohl viele Aussagen in der Pfalz nicht mehr besonders ernst nehmen. Auch die von Torwart Tim Wiese gehört dazu: „Ich bin ganz sicher, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“

Dass der Betzenberg seinen Schrecken verloren hat, fällt inzwischen jedem Gegner auf. Gladbachs Thomas Broich stellte fest: „Hier sind alle tief verunsichert. Ein Punkt gegen diese Mannschaft, das ist eigentlich zu wenig.“ Diesmal half dem FCK nicht mal ein 2:0-Vorsprung. Als Broich mit seinem Schuss in die kurze Ecke Keeper Wiese bloßstellte (50.), warfen die Pfälzer alle Vorsätze über Bord. Und als Igor Demo in der 92. Minute der verdiente Ausgleich gelang, versank die Pfalz in starrer Angst. „Wir müssen die letzten Spiele so gestalten, dass wir drin bleiben“, sagte Jara. Wolfsburg, Schalke, Dortmund heißen die Gegner. Am Samstag reist mit dem früheren FCK-Trainer Erik Gerets der Wolfsburger Coach an, den viele in der Pfalz neben Jäggi für die katastrophale Einkaufspolitik verantwortlich machen. Aber den kann man nicht mehr zur Verantwortung ziehen.

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