Sport : Angstgegner bleibt Angstgegner Eisbären verlieren 0:2 gegen Nürnberg

Claus Vetter

Berlin – Reisen sind an sich doch meist etwas Schönes, selbst Dienstreisen können Spaß machen. So hatte etwa die Delegation der Eisbären am Freitag einen erfolgreichen Betriebsausflug zu den Hamburg Freezers unternommen. Dass der Berliner Eishockey-Klub nach dem 3:1-Sieg allerdings nach viereinhalbstündiger Busreise erst am Samstagmorgen um drei Uhr Berlin erreichte, gefiel dem Trainer weniger. Den Eindruck vermittelte Pierre Pagé gestern Nachmittag. Die Gründe für die 0:2 (0:2, 0:0, 0:0)-Heimniederlage im Sportforum gegen die Nürnberg Ice Tigers sah der Kanadier allein „in unseren unglaublichen Reiseplanungen“ begründet. „Wir hätten in Hamburg im Hotel übernachten müssen. Meine Spieler hatten gegen Nürnberg ja überhaupt keine Energie, die waren viel zu müde.“

Müde wirkten die Berliner nach ihrem straffen, aber mit vier Siegen in Serie auch sehr erfolgreichen Programm gestern tatsächlich. Dazu kam, dass Nürnberg schon vor dem Spiel nicht der Lieblingsgegner der Eisbären war. In der vergangenen Saison hatten die Berliner alle vier Spiele der Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga gegen die Franken verloren, gestern setzten sie nun ihre traurige Serie fort. Vieles, was zuletzt noch so prächtig bei den Eisbären funktionierte, wollte gestern nicht funktionieren. Die Berliner wirkten unkonzentriert und spielten mit erstaunlich hoher Fehlerquote. Unbehelligt konnte sich etwa Herbert Vasilijevs nach zehn Minuten an der blauen Linie der Berliner über einen Pass von Mitspieler Drew Banister freuen und dann allein auf Oliver Jonas zulaufen. Vasilijevs ließ dem vereinsamten Berliner Keeper mit seinem Schuss keine Chance. Eine Szene, die Pagé in Rage brachte. „Wir üben jeden Tag im Training, dass die Verteidiger nicht einen gegnerischen Pass durch die Mitte zulassen. So etwas darf nicht passieren.“

Es passierte aber noch mehr: Stefan Schauer rückte noch im ersten Drittel mit dem zweiten Tor die Nürnberger Überlegenheit in deutlichere Dimensionen. Die Berliner vermittelten danach mit ihrem hilflosen Anrennen nicht den Eindruck, dass sie am Spielstand noch etwas ändern könnten. Gute Torchancen eröffneten sich ihnen kaum einmal. „Aber das Problem war eben die Hamburg-Reise“, sagte Pagé. „So etwas darf nicht noch mal passieren. Die Spieler brauchen ihren Schlaf.“ Manager Peter John Lee findet das auch. Er sagte aber auch: „Mit der Problematik langer Reisen müssen wir leben.“ Lee war von der Niederlage offensichtlich weniger erschüttert als sein Trainer. „Wir können uns ja auch in der Mitte des Landes unsere neue Halle bauen, dann würde der Reisestress geringer“, sagte er schließlich im Scherz.

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