Sport : Anklage gegen Österreicher Dopingskandal von Turin kommt vor Gericht

Wien - Dreieinhalb Jahre nach dem Dopingskandal bei den Olympischen Winterspielen von Turin müssen sich Sportler und Funktionäre aus Österreich vor Gericht verantworten. Die Turiner Staatsanwaltschaft hat gegen zehn aktuelle und ehemalige Mitglieder des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), darunter Präsident Peter Schröcksnadel, Anklage wegen der Vorfälle im Februar 2006 erhoben. Dies berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Biathlon-Direktor Markus Gandler, der zu den Angeklagten zählt, und ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner haben einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung „Österreich“ bestätigt.

Der Prozess soll im Herbst beginnen. Laut Gandler sind neben Schröcksnadel und ihm der frühere ÖSV-Trainer Walter Mayer, der frühere Langlauf-Cheftrainer Emil Hoch, der Sportmediziner Peter Baumgartl, die früheren Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann sowie die Langläufer Martin Tauber, Johannes Eder und Jürgen Pinter angeklagt. Sowohl Schröcksnadel als auch Gandler wird die Begünstigung von Doping vorgeworfen. Man habe absichtlich Quartiere außerhalb des Olympischen Dorfes angemietet, um Regelverstöße zu begehen. „Mit der Auswahl und Anmietung dieser Quartiere hatte Schröcksnadel überhaupt nichts zu tun“, sagte Leistner.

Nach der Doping-Razzia waren die Sportler Rottmann, Perner, Tauber, Pinter, Eder und Roland Diethart lebenslänglich für Olympia gesperrt worden; Diethards Sperre wurde nachträglich bis 2010 reduziert. Der Internationale Skiverband verhängte gegen Tauber, Eder und Diethart je zweijährige Sperren, Pinter wurde vom Internationalen Sportgerichtshof für vier Jahre, Rottmann von der Internationalen Biathlon-Union für zwei Jahre gesperrt. Allen waren der Besitz einer verbotenen Methode und die Komplizenschaft bei der Verletzung des Anti-Doping-Reglements vorgeworfen worden. dpa

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