Sport : Ankunft in der Spitze

Jan Jagla hat sich auch beim Basketball-Topklub Badalona etabliert – heute spielt er im Uleb-Cup gegen Alba

Benedikt Voigt

Berlin - Manchmal fehlen Jan Jagla im Vormittagstraining des spanischen Basketball-Erstligisten Joventut Badalona einige Mitspieler. Ricky Rubio und Josep Franch zum Beispiel. Sie schwänzen allerdings nicht etwa das Krafttraining, vielmehr besitzten sie eine auch im Verein anerkannte Entschuldigung: Sie müssen in die Schule. Die beiden Nachwuchsspieler sind 17 und 16 Jahre alt.

Doch auch ohne Vormittagstraining kann man europäische Spitzenleistung zeigen, das dürfte mindestens Ricky Rubio heute beim Uleb-Cup-Auftaktheimspiel gegen Alba Berlin (20.45 Uhr) beweisen. Der Spanier gilt als größtes europäisches Talent, bereits mit 14 Jahren debütierte er in der ersten spanischen Liga ACB. „Er ist klar besser als jeder andere seines Alters“, sagt Jan Jagla. Der deutsche Nationalspieler hat das Glück, in dieser Saison in einer Mannschaft zu spielen, die zur europäischen Spitzenklasse im Basketball gehört. Das Team zeichnet sich durch einen intensiven Spielstil aus, „wenn man 30 Minuten auf dem Feld steht, ist man kaputt“, sagt Jagla. Mit fünf Siegen und einer Niederlage führt der Klub aus Badalona die ACB an, die beste nationale Liga Europas. Alles andere als ein Sieg über Alba wäre eine große Überraschung.

„Wir sind der Favorit, aber wir haben uns in den letzten beiden Spielen nicht gerade mit Ruhm bekleckert“, sagt Jagla. Beim Tabellenletzten Grupo Lega Leon (90:80) und gegen Iurbentia Bilbao (58:81) fehlte der beliebte spanische Nationalspieler Rudy Fernandez wegen einer Adduktorenzerrung. Er wird auch gegen Alba nicht spielen können. „Wir sind Rudys Team, er ist der Inbegriff des Vereins“, sagt Jan Jagla.

Der 26-jährige Berliner ist der deutsche Basketballer, der in der letzten Zeit die beste Entwicklung genommen hat. Dabei hatte es nach dem vorzeitigen Ende seiner Collegezeit bei Penn State nicht so gut ausgesehen, zweitweise spielte er lediglich beim spanischen Zweitligisten Drac Inca auf Mallorca. Erst in der vergangenen Saison ist ihm bei Turk Telekom Ankara der Durchbruch gelungen. „Der Verein hat meinen Stil gemocht“, sagt der 2,13 Meter große Power Forward, der auch einen guten Dreipunktewurf besitzt. Im Sommer nimmt er in den USA zusätzlich Individualtraining, „da habe ich zuletzt ein, zwei Leute ausgewechselt.“ Es hat sich gelohnt: Zurzeit kommt er in Badalona in durchschnittlich 23 Minuten Spielzeit auf elf Punkt und 5,8 Rebounds.

Obwohl Jagla aus dem Lichterfelder Nachwuchsprogramm stammt, hat er nie für Alba Berlin gespielt. „Bevor ich aufs College ging, habe ich nicht die Chance gesehen, in die Mannschaft zu kommen.“ Danach gab es noch einmal Gespräche, „doch Alba hatte damals Szymon Szewczyk auf meiner Position.“ Seitdem habe er nichts mehr von den Berlinern gehört. Nun spielt er gegen sie, was schon etwas Besonderes sei. „Auch wenn ich nicht so viele Spieler kenne“, sagt Jagla, „da steht immer noch Alba auf der Brust.“

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