Sport : Anonyme Unannehmlichkeiten

Claus Vetter

Gegen die Capitals soll angeblich beim Amtsgericht Charlottenburg ein Antrag auf Insolvenz eingegangen sein. Bestätigen konnte dies der Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) aber nicht. "Uns ist nichts davon bekannt", sagte Geschäftsführer Reinhard Hofmann. "Der Antrag ist nicht von uns, er muss also von einer anderen Stelle kommen." Gestern hatte es in der Sportredaktion der Deutschen Presse-Agentur in Berlin einen anonymen Anruf gegeben. Der Anrufer behauptete, ein Insolvenzantrag liege beim Amtsgericht. Gegenüber dem Tagesspiegel stellte außerdem ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter der Capitals, der ebenfalls anonym bleiben wollte, eine entsprechende Behauptung auf. Denkbar wäre, dass zum Beispiel das Finanzamt oder ein auf Gehälter wartender Angestellter einen Insolvenzantrag gestellt hat.

Hofmann verhandelte noch bis vor kurzem mit potenziellen neuen Investoren. Wie gestern aber bekannt wurde, haben sich diese zwei Interessenten zurückgezogen. Die Capitals sind mit rund 600 000 Euro verschuldet. Eine sechsstellige Summe schuldet aber andererseits auch der Hauptgesellschafter Egon Banghard dem Klub. Dem Bauunternehmer gehören 97 Prozent der Anteile an der Capitals GmbH. Bis Montag hat Banghard laut Hofmann Zeit, das Geld beizubringen. Ansonsten dürfte sich Hoffmann gezwungen sehen, Anfang nächster Woche als Geschäftsführer selbst einen Insolvenzantrag gegen die Capitals zu stellen.

Wie der Tagesspiegel erfuhr, verhandelt Capitals-Coach Gunnar Leidborg bereits mit den Frankfurt Lions bezüglich eines Vertrages für die nächste Saison. Und Stürmer Yvon Corriveau soll sich schon mit der Düsseldorfer EG einig sein.

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