Sport : Anschub durch Anschutz

Reinickendorfer Füchse erhoffen sich Hilfe bei der Rückkehr in die erste Handball-Bundesliga

Klaus Rocca

Berlin. Philip Anschutz kehrt dieser Tage aus East Rutherford zurück. Der Besitzer des DEL-Klubs EHC Eisbären ließ es sich nicht nehmen, das Finale des Stanley-Cups der NHL direkt zu verfolgen. Nach seiner Rückkehr nach London wird sich Anschutz mit einer Sportart befassen, die ihn bislang nicht sonderlich tangierte: Handball. In seinem Büro wird er Thomas Gloth empfangen, früher Trainer bei mehreren Handball-Bundesligisten und derzeit Geschäftsführer einer Werbeagentur aus Buxtehude, die seit kurzem mit den Reinickendorfer Füchsen vertraglich verbunden ist. Und die haben es sich als Ziel gesetzt, 2005 den Sprung in die Erste Handball-Bundesliga zu schaffen.

Dabei soll der finanzstarke Anschutz helfen. Möglichst mit einer Anschubfinanzierung für die kommende Saison, in der die zuletzt lange Zeit abstiegsgefährdeten Füchse bereits einen einstelligen Tabellenplatz belegen wollen. Die Hoffnung auf Anschutz kommt nicht von ungefähr: Schließlich hat sich der Amerikaner – kurioserweise über den FC Bayern und Hertha BSC – erkundigt, welcher Berliner Handballverein am ehesten demnächst erstklassig spielen werde. Dass da die Füchse, einst Europapokal-Halbfinalist, ins Spiel kamen, lag nahe. Anschutz sucht nämlich einen Verein, um die am Ostbahnhof geplante Großraumhalle so gut wie möglich auszulasten. Dass deren Fertigstellung für 2005 vorgesehen ist, passt ins Bild. „Bei meinem Besuch in London werde ich sehen, wie groß das Interesse an den Füchsen ist. Sollte es klappen, wäre das natürlich ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu Erstliga-Handball in Berlin“, sagt Gloth. Mit der Anschubfinanzierung könnte man auf dem Spielermarkt aktiv werden. Auf der neuen Internetseite der Füchse heißt es, man wolle für die im September beginnende Saison Weltklassespieler verpflichten. Dafür fehlt bislang noch das Geld, auch wenn sich weitere Kleinsponsoren gemeldet haben. Die Zeit drängt jedoch, denn die meisten Spieler haben sich bereits entschieden. „Da muss schnellstens was passieren, sonst wird es nichts mit unserem Ziel für 2005“, sagt der Torjäger Stefan Matz, der bereits in der Bundesliga spielte und gerade seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat.

Bislang haben die Füchse lediglich Victor Pohlack verpflichtet, der früher bei Blau-Weiß Spandau spielte. Gute Kontakte hat man zum Erstligisten SC Magdeburg, deren Spieler Uwe Mäuer, Martin Ziemer und Ronny Liesche als Verstärkungen im Gespräch sind.

Ungeklärt ist auch noch die Trainerfrage. Der bisherige Coach Jörg Herrmann könnte gemeinsam mit Peter Frank das Trainer-Duo bilden. Im Gespräch ist auch der Weißrusse Georgi Swiridenko, einst Olympiasieger, später Spieler und Trainer in Spandau und immer wieder von Erstligisten umworben. „Er würde gern zu uns kommen, aber offenbar hapert’s am Geld“, sagt Matz, der weiterhin Kontakte zu Swiridenko hat .

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