Sport : Anstoßzeiten: 87 Prozent gegen Sonntags-Spiele

Die deutschen Fußball-Fans fordern die Abschaffung der Sonntags-Spiele und lehnen späte Anstoßzeiten ab. Am liebsten würden sie sowohl Fußball-Weltmeisterschaften als auch die Bundesliga-Spiele in ARD und ZDF sehen. Zudem sprechen sie sich eindeutig für eine Verkleinerung der Champions League aus. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse, die aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Fachmagazins "kicker" hervorgehen. 10 202 Leser nahmen an der Befragung zu den wichtigsten Fußballthemen teil.

Auf große Ablehnung stößt bei den Fans der Sonntag als Bundesliga-Spieltag. Die eindeutige Mehrzahl (86,7 Prozent) wünscht sich nur Partien am Freitagabend und am Sonnabend zur klassischen Anstoßzeit um 15.30 Uhr. Nur 13,3 Prozent der Befragten dagegen finden die derzeitige Verteilung der neun Spiele auf Freitag, Samstag und Sonntag gut.

Änderungen fordern die Fans auch bei den Anstoßzeiten von Abendspielen in der Woche: Diese Spiele sollen spätestens um 20 Uhr angepfiffen werden, meinen über zwei Drittel der Befragten. Vor allem der Spielbeginn der Champions League um 20.45 Uhr wird von einer großen Mehrheit abgelehnt. Lediglich 4,3 Prozent können mit dem späten Beginn gut leben.

Der Grund für die sinkenden Quoten der Fußball-Sendung "ran" auf Sat 1 könnte der Umfrage zufolge in der Anfangszeit um 18.30 Uhr liegen. Über die Hälfte der Befragten sprach sich für einen Beginn der zusammenfassenden Bundesliga-Berichterstattung schon um 18 Uhr aus. Eine weitere Verschiebung in den Abend hinein, die zur Stützung des Pay-TV-Senders Premiere World zwischenzeitlich diskutiert wurde, wird abgelehnt. Gerade einmal 3,4 Prozent können sich eine Fußball-Show am Samstagabend nach 20 Uhr vorstellen. Insgesamt kommt Sat 1 beim Urteil der Fans nicht gut weg, denn 75,7 Prozent hätten gern die alte "ARD-Sportschau" wieder.

Aber nicht nur an der Bundesliga gibt es Kritik. Eindeutig votierten die Umfrage-Teilnehmer auch für eine Änderung des Modus in der Champions League. 88,4 Prozent fordern die Reduzierung der Teilnehmerzahl. Außerdem wünschen sich über 80 Prozent die Wiedereinführung des K.-o.-Systems im gesamten Europapokal.

Obwohl die Einschaltquoten beim Fußball im Fernsehen insgesamt immer noch zufriedenstellend sind, wird die Zahl der Übertragungen inzwischen aber als zu groß empfunden. Knapp über sechzig Prozent der Befragten sind der Meinung, dass zu viel Fußball im Fernsehen gezeigt wird. Über zwei Drittel der Fans würde ein Live-Spiel im Europapokal pro Woche reichen.

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