Sport : Anti-Dopingkampf: Von der Kontrolle bis zum Urteil

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Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, wann ein Athlet kontrolliert werden kann: Erstens nach einem Wettkampf. Zweitens in einer sogenannten Trainingskontrolle, also zu einem x-beliebigen Zeitpunkt, der dem Athleten kurzfristig mitgeteilt wird. Das Prozedere danach ist identisch

Der Kontrolleur muss beobachten, dass der Athlet in einen dafür vorgesehenen Becher uriniert. Anschließend wird der Urin aufgeteilt in zwei Flaschen - die A- und die B-Probe. Diese Flaschen werden fest verschlossen und in einem Sicherheitscontainer verstaut - die A-Flasche kommt in den A-Container, die B-Flasche in den B-Container. Anschließend unterschreiben der Kontrolleur, der Athlet und mögliche weitere Zeugen, dass die Kontrolle ordnungsgemäß vonstatten ging. Der Kontrolleur schickt die Proben, die nur mit einer Codenummer, nicht mit dem Namen des Athleten, versehen sind, später mit einem Kurierdienst in ein Labor.

Das Labor öffnet den A-Container und die darin befindliche Flasche mit der A-Probe. Ein positiver Fall wird bei einer Trainingskontrolle in Deutschland dem Deutschen Sport-Bund (DSB) gemeldet.

Der DSB erhält somit die Codenummer, kann den Namen des Athleten bestimmen und informiert den Fachverband, zum Beispiel den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

Der DLV informiert den Athleten über die positive Probe. Es kommt in der Regel zu einer Anhörung des Athleten vor der Anti-Doping-Kommission. Besteht weiterhin ein starker Verdacht, suspendiert die Kommission den Athleten. Der Athlet beantragt die Öffnung der B-Probe und kann dabei anwesend sein. Ist auch sie positiv, geht der Fall von der Anti-Doping-Kommission an das DLV-Präsidum. Das Präsidium beschließt, ob eine Dopingsperre des Athleten beim Rechtsausschuss zu beantragen ist.

Der DLV-Rechtsausschuss befasst sich intensiv mit dem Fall und bestellt gegebenenfalls weitere Gutachten. Es kommt zu einer Verhandlung mit dem Athleten und dem DLV-Rechtswart. Anschließend fällt der Rechtsausschuss sein Urteil.

Der Athlet kann gegen dieses Urteil vor dem DSB-Schiedsgericht Berufung einlegen. Anschließend könnte er auch das Schiedsgericht der IAAF anrufen und sogar jenes des IOC.

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