Sport : Applaus erst nach dem Abpfiff

Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:2

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Hamburg (kad). Die Fans durften noch mal in schönen Erinnerungen schwelgen. Weil der Hamburger SV heute seinen 115. Vereinsgeburtstag feiert, flimmerten vor dem Bundesliga-Duell gegen den VfB Stuttgart Bilder von großen Fußball-Tagen des HSV über die Videobildschirme in der AOL-Arena. Deutsche Meisterschaften und Europapokale wurden da errungen.

Der aktuelle HSV gibt ein anderes Bild ab. Ein eher erschreckendes. Beim glücklichen 3:2 (2:2)-Sieg gegen die Stuttgarter, zustande gekommen durch ein Tor von Bernardo Romeo vier Minuten vor Schluss, traten die Hamburger ungewollt den Nachweis an, wie unendlich weit sie sich inzwischen von Europas großen Fußball-Schauplätzen entfernt haben. „Wir haben in der zweiten Halbzeit 30 Minuten lang grottenschlecht gespielt“, sagte HSV-Trainer Kurt Jara.

Die erste Halbzeit war noch ganz passabel gewesen. Vor allem wegen der vier Tore innerhalb von 26 Minuten. 1:0 für Stuttgart durch Seitz, dann 2:1 für den HSV durch Romeo und das erste Saisontor von Barbarez, dann das 2:2 durch Hleb. Doch nach dem Wechsel spielte der HSV konzeptlos, völlig verunsichert, ohne Zug zum Tor.

„Wir versuchen, uns jeden Tag ein bisschen zu verbessern“, sagte Manager Dietmar Beiersdorfer hinterher. Nur sieht man davon nichts. Für Barbarez zählt Schönspielerei momentan ohnehin nicht. „Wichtig sind die drei Punkte, nichts anderes“, sagte der Torjäger, „nach dem Spiel haben alle geklatscht und sind glücklich nach Hause gegangen.“ So einfach ist das im Fußball.

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