Sport : Apricot in Athen

Was deutsche Sportler bei Olympia tragen

Andreas Morbach

Düsseldorf - Zwei Durchgänge auf dem Laufsteg braucht Heike Drechsler, dann hat sie Spaß am neuen Job als Model gefunden. Auf der dritten Schleife lächelt Drechsler, ab der vierten Runde lacht sie sogar. Und als sie und weitere Spitzensportler in der Düsseldorfer Stadthalle die Bekleidung der deutschen Olympia-Mannschaft für Athen vorgeführt haben, spricht die 39-jährige Weitspringerin von einer „lustigen Abwechslung“.

Erstmals durften Deutschlands Olympiastarter bei der Auswahl der Stoffe und Farben ein Wörtchen mitreden. Und alle sagen übereinstimmend, dass es höchste Zeit wurde. „Ein bisschen omahaft“ habe die Kleidung oft ausgesehen, erinnert sich etwa die frühere Hockey-Nationalspielerin Katrin Kauschke mit Grausen an ihre „Bluse mit Luftballons dran“, die sie 1992 in Barcelona tragen musste. Oder an die „ziemlich mausgraue“ Montur von Sydney.

Auch Schwimmer Christian Keller durfte Farben und Stoffe mit auswählen. „Es war keine Nachhaltigkeit da, als das Ganze noch allein auf Funktionärsebene entschieden wurde“, merkt der Hobby-Modeschöpfer diplomatisch an. Heike Drechsler, die wie Keller bereits bei drei Olympischen Spielen in der offiziellen Kluft steckte, wird deutlicher: „Früher habe ich die Sachen nach den Spielen meistens verschenkt. Und wahrscheinlich wurden sie dann gleich weiterverschenkt.“ Bei der aktuellen Kollektion werde das aber nicht der Fall sein, versichert die zweifache Olympiasiegerin.

Deutschlands Sportler werden bei der Eröffnungsfeier in Athen helle und luftige Textilien tragen – die Frauen verstärkt in den Farben Mango, Apricot und Weiß; bei den Männern (mit Hüten) herrschen Beige und Khakibraun vor. „Da ist viel Farbe dabei, wir werden auffallen“, sagt Drechsler. Kollege Keller behauptet sogar: „Wir werden die erfolgreichste – und die am besten gekleidete Mannschaft in Athen sein.“

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