Sport : Arjen Robben in Dortmund oder: 14 Minuten Peinlichkeit

von
Foto: Reuters
Foto: ReutersFoto: REUTERS

Berlin - Nach seiner Entschuldigung stieg Arjen Robben als Letzter in den Mannschaftsbus. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist peinlich“, hatte der Niederländer gesagt. „Das ist sehr bitter und sehr enttäuschend.“ Robben wurde in den letzten 14 Spielminuten des Topduells Borussia Dortmund – Bayern München zum entscheidenden Mann des Abends. Beim Treffer der Dortmunder war es Robben, der zu nahe am eigenen Tor stand und damit das Abseits aufhob, in dem sich Robert Lewandowski sonst befunden hätte.

Es wäre typisch für den oft als Einzelkünstler daherkommenden Robben gewesen, wenn er in der hektischen Schlussviertelstunde noch den Ausgleich erzielt hätte. Fünf Minuten vor Spielende fiel Robben über die Hände von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller, Schiedsrichter Knut Kircher gab Elfmeter. Robben wollte selbst verwandeln, so wie seine vorherigen zehn Elfmeter für die Bayern. Dieses Mal gab er dem Ball jedoch kein Tempo, Weidenfeller hielt. Der Torwart feierte die Aktion als „Sieg der Fairness“, hatte er doch eine Schwalbe von Robben gesehen: „Robben geht nur in diesen Zweikampf, um einen Elfmeter zu bekommen – dabei habe ich ihn nicht berührt. Es war nur gerecht, dass der Elfmeter nicht im Tor war“, sagte Weidenfeller. Ähnlich sah es wohl auch der Dortmunder Verteidiger Neven Subotic, der nach dem Fehlschuss zu Robben stürmte und ihm ins Gesicht brüllte. Doch Robbens konsternierter Blick ging an dem Serben vorbei ins Leere.

Das Drama nahm noch eine weitere Wendung: In der Nachspielzeit köpfte Subotic an die eigene Latte, der Ball fiel Robben vor die Füße. Aus vier Metern Torentfernung jagte er den Ball drüber. Oft wird dem 28-Jährigen vorgeworfen – mitunter auch von Mitspielern –, er sei zu egoistisch. Aber Vorwürfe gab es diesmal nicht. Nach diesen 14 Minuten waren fast alle einfach nur entgeistert. „Wir wollen nicht beginnen, einem Spieler die Schuld zuzuschieben“, sagte Bayerns Trainer Jupp Heynckes. Mathias Klappenbach

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben