Sport : Arm an Ästhetik

Die Berliner Eisbären gewinnen trotz schwachen Spiels 3:2 beim EHC Wolfsburg

Claus Vetter[Wolfsburg]

Es war sozusagen das Spiel zur Halle. Jedenfalls in ästhetischer Hinsicht. Denn das, was der EHC Wolfsburg und die Berliner Eisbären gestern in der betagten kleinen Wolfsburger Arena mit dem unpassenden Namen „Eispalast“ den 2210 Zuschauern boten, gehörte sicher nicht zum Besten, was es in dieser Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zu sehen gab. Am Ende einer unruhigen, von vielen Fehlern bestimmten Partie wussten die Eisbären wenigstens, dass sich ihre Reise in die niedersächsische Provinz gelohnt hatte, denn sie gewannen das Spiel trotz einer wenig überzeugende Darbietung 3:2 (2:1, 0:1, 1:0).

Zweimal hatten die Berliner in dieser Saison bereits gegen den Aufsteiger verloren, dabei jeweils eine 2:0-Führung verspielt. Insofern musste den anwesenden Eisbären-Fans gestern nach neun Spielminuten angst und bange werden. Wieder einmal führten die Eisbären 2:0 gegen Wolfsburg. Mark Beaufait und Steve Walker hatten binnen weniger Sekunden den Puck jeweils in das Wolfsburger Tor befördert. Die Führung beunruhigte die Eisbären aber anscheinend. Bei eigener Überzahl gestatteten sie dem Gegner einen Konter, den Petr Smrek mit dem Anschlusstor für die Niedersachsen abschloss.

Das Powerplay war auch danach der Unsicherheitsfaktor im Spiel der Berliner: Ricard Persson schoss einen Wolfsburger so an, dass der Puck dem von der Strafbank springenden Andrej Kaufmann vor die Füße flog. Kaufmann scheiterte zwar nach seinem Alleingang am Berliner Torwart Oliver Jonas, aber Xavier Delisle traf im Nachschuss zum 2:2 für Wolfsburg.

Im letzten Drittel allerdings war die Dramaturgie der Partie dann anders als in den beiden Spielen gegen Wolfsburg zuvor. Die Eisbären bewiesen Siegeswillen. Schon 20 Sekunden nach Wiederbeginn unterstrich dies Rob Shearer mit seinem Tor zum 3:2. „Wir haben gewonnen, ohne gut zu spielen“, sagte Eisbären-Trainer Pierre Pagé nach einem wenig unterhaltsamen Abend im ungemütlichen Eispalast, den die Eisbären wohl zum letzten Mal gesehen haben. Denn schon in der kommenden Saison wollen die Wolfsburger in ihre neue Arena unweit der Fußballstadions des VfL Wolfsburg umziehen.

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