Arminia Bielefeld : Reinhard Saftig muss gehen

Die Talfahrt bei Arminia Bielefeld hält an und der Verein zieht weitere Konsequenzen. Nachdem vor der Winterpause bereits Ernst Middendorp gehen musste, ist jetzt Manager Reinhard Saftig den Job los.

Dietmar Fuchs[dpa]
Saftig
Reinhard Saftig -Foto: dpa

Bielefeld/Düsseldorf Der 56-jährige Saftig wurde am Dienstag von seinen Aufgaben entbunden. "Das Präsidium hat sich in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat entschlossen, die nächste Spielzeit mit einer neuen Sportlichen Leitung zu planen", teilte der Verein mit. Ein Nachfolger für Saftig, dessen Vertrag erst im November bis 2010 verlängert worden war, steht noch nicht fest.

Saftig war seit Juni 2005 für die Ostwestfalen als Sport-Geschäftsführer tätig. Er zeigte sich verwundert vom Schritt der Verantwortlichen: "Ich bin schon überrascht, das ging schon sehr schnell. Ich hatte es nicht erwartet", sagte er. "Der Verein bedankt sich bei ihm für seine bisherige Arbeit und wünscht ihm für den weiteren Weg alles Gute" - mit dieser Formulierung wurde der ehemalige Bundesliga-Trainer (Bayern München, Borussia Dortmund, Hannover 96, VfL Bochum, Bayer Leverkusen) abrupt verabschiedet.

Fans gegen Saftig

Die Fans hatten bei der 0:2-Niederlage am Samstag gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten MSV Duisburg massiv gegen Saftig demonstriert und dessen Demission verlangt. "Ich gebe keine Garantien. Mit dieser Wortwahl muss man immer vorsichtig sein", hatte Saftig noch im Anschluss an die Pleite gegen Duisburg auf die Zukunft des aktuellen Chefcoachs Michael Frontzeck und seine eigene Perspektive bei der Arminia reagiert. Er bezeichnete sich selbst als "Buhmann" und übernahm für die Einstellung Frontzecks zum 1. Januar die Verantwortung: "Ich habe den Trainer verpflichtet, und ich stehe dazu." Die Mannschaft brauche jetzt "einen Befreiungsschlag, ein Erfolgserlebnis".

Seit dem Amtsantritt Frontzecks, der im Vorjahr mit Aachen aus der Bundesliga abgestiegen war, hat Bielefeld alle fünf Pflichtspiele verloren und steht als Tabellen-15. nur noch einen Punkt vor den Abstiegsplätzen. Vereinspräsident Hans-Hermann Schwick, der am Dienstagmittag wie auch Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch nicht für eine weitere Stellungnahme zu erreichen war, hatte schon am Samstag eingeräumt, dass die Probleme enorm seien: "Es ist unruhig", hatte der 60-Jährige die missliche Lage umschrieben.

Während der fast dreijährigen Amtszeit Saftigs bei der Arminia waren vor Frontzeck die Trainer Frank Geideck, Thomas von Heesen, Middendorp und Detlev Dammeier für die Profimannschaft verantwortlich.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben