Sport : Armstrongs Helfer belastet

Beltran steht ebenfalls unter Epo-Verdacht – Vorwürfe gegen zwei weitere Profis

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Berlin Nach dem siebenmaligen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong sind drei weitere Radprofis durch angeblich positive Urinproben während der Tour de France 1999 belastet worden. Wie die französische Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ berichtet, konnten weitere B-Proben, die im vergangenen Jahr im Labor in Châtenay-Malabry getestet worden waren, dem wichtigen Armstrong-Helfer Manuel Beltran (Spanien) sowie dem Dänen Bo Hamburger und dem Kolumbianer Jose Joachim Castelblanco zugeordnet werden.

Beltran war 2003 von Bianchi, dem damaligen Team des deutschen Radstars Jan Ullrich, zu US Postal gewechselt und fährt seit diesem Jahr für den Postal-Nachfolger Discovery Channel. Bei der Spanien-Rundfahrt war der 34-jährige Spanier am Freitag nach einem Sturz ausgestiegen. Er hat bis dahin auf dem siebten Platz gelegen.

Hamburger, der für das italienische Acqua/Sapone-Team fährt, war bereits 2001 nach einem positiven Doping-Befund von seinem damaligen Team CSC suspendiert worden. Vor sechs Jahren gehörte er der Mannschaft Cantina Tollo an. Der Südamerikaner Castelblanco ist hingegen lediglich ein unbedeutender Wasserträger, er fuhr 1999 für Kelme.

Die Urinproben der drei Fahrer gehörten zu jenen zwölf positiven Testergebnissen aus dem Jahr 1999, die nach Auskunft des französischen Dopingkontroll-Labors in Châtenay-Malabry bei Paris anonym während der Tour de France genommen worden waren, heißt es in der Zeitung. Die Proben enthielten das verbotene Mittel Epo, das mit den damaligen Methoden noch nicht nachweisbar war. Die Sportzeitung „L’Equipe“ hatte am 23. August berichtet, dass sechs der zwölf Urinproben mit Epo Armstrong zuzuordnen seien. Über die Zuordnung der übrigen Proben war bislang nichts bekannt.

Der Texaner Armstrong, der nach der Frankreich-Rundfahrt in diesem Jahr seine Laufbahn beendet hatte, bestreitet, jemals gedopt zu haben. Als Gegenreaktion auf die Vorwürfe kündigte Armstrong ein mögliches Comeback bei der Tour an. Auch einen Start bei der Spanien-Rundfahrt 2006 komme in Betracht, sagte Armstrong. Victor Cordero, Chef der Spanien-Rundfahrt, sagte zu diesen Überlegungen: „Unsere Organisation begrüßt es, dass Armstrong im Zuge seiner Comeback-Ankündigungen auch einen Start bei der Vuelta im kommenden Jahr nicht ausschließt.“ dpa

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