Sport : Armstrongs letztes Gefecht

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Floyd Landis, Tyler Hamilton, George Hincapie, früher mal Frankie Andreu, man verliert allmählich den Überblick, wer nun alles Lance Armstrong, den hageren siebenmaligen Sieger der Tour de France als Doper anprangert. Bei dem ganzen Wust an plakativen Anklagen stutzt man allerdings bei ein paar Punkten. Armstrong, von Dopingfahndern ohnehin scharf beäugt, soll intern fröhlich über seine vertuschte, positive Probe gewitzelt haben? Und Armstrong soll sich vor den Augen von Hamilton Epo gespritzt haben? Obwohl so etwas normalerweise abgeschottet passiert?

Nebenkriegsschauplätze. Die Hauptschlacht findet gerade im Fernsehen statt, auf CBS wird Armstrong zunehmend in die Ecke gedrängt. Warum nun auf einmal seine früheren Kumpanen sich von ihm abwenden, ist eine spannende Frage, aber letztlich eine unerhebliche. Sie sprechen nur deutlich aus, was viele Beobachter seit langer Zeit vermuten. Wie kann einer im dopingverseuchten Radsport siebenmal die Tour gewinnen, ohne gedopt zu haben? Juristisch gesehen ist Armstrong unschuldig, von der Logik her kann er es kaum sein.

Der letzte Kampf des Lance Armstrong hat jetzt begonnen. Er wehrt sich gegen Landis’ Anschuldigungen nicht mal mehr vor Gericht, er droht auch den anderen nicht mit dem Rechtsanwalt. Vor Gericht würde er im Zweifelsfall vereidigt werden, und ein Meineid könnte ziemlich harte Folgen haben. Konsequent wäre ein letzter großer Auftritt. Pressekonferenz, ein hagerer Mann verkündet mit erschöpftem Blick: Ja, ich habe...

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