Arne Friedrich : Noch mehr Unruhe bei Hertha

Vor der wichtigen Rückrunde sorgt bei Hertha BSC das Gerücht für Aufregung, Arne Friedrich werde von Wolfsburg umworben.

Ingo Schmidt-Tychsen
Fabian Lustenberger, Arne Friedrich, Ramos Vasquez, Nemanja Pejcinovic
Weiter in der Mauer. Arne Friedrich (Nummer 3) wird auch in der Rückrunde für Hertha spielen.Foto: AP

Berlin - Arne Friedrich ist zurzeit im Urlaub in den USA. Doch das, was derzeit über den Kapitän von Hertha BSC hereinbricht, dürfte ihm die Feiertage einigermaßen verhagelt haben. Der VfL Wolfsburg soll ein Angebot über acht Millionen Euro für Friedrich abgegeben haben, berichtete die „Wolfsburger Allgemeine Zeitung“ an Heiligabend auf ihrer Internetseite. Was folgte, war ein Sturm der Entrüstung bei den Hertha-Fans. Als „Judas“ und Verräter wurde Friedrich in diversen Internet-Foren beschimpft. Vor zwei Wochen beim Spiel gegen Leverkusen hatte der damals verletzte Kapitän noch mit den Fans in der Ostkurve gefroren.

Allerdings wurde das Angebot von keiner Seite offiziell bestätigt. Im Gegenteil. „Es gibt von uns kein Angebot für Friedrich. Das ist völlig aus der Luft gegriffen“, sagte VfL-Sprecher Gerd Voss gestern.

So ganz frei erfunden dürfte die Geschichte allerdings nicht sein. Herthas Manager Michael Preetz hatte während der Feiertage gegenüber „Morgenpost Online“ zumindest eine Anfrage von Friedrichs Berater Jörg Neubauer bestätigt. Dieser hätte sich nach einer vorzeitigen Vertragsauflösung erkundigt. Preetz habe klargestellt, dass sein Kapitän unverkäuflich sei. Gestern dann war Preetz nicht zu erreichen, über Hertha-Sprecher Gerd Graus ließ er nur ausrichten, dass der Wechsel „kein Thema“ sei. Friedrich ist bei den Berlinern noch bis 2012 angestellt. Jörg Neubauer hatte am ersten Weihnachtsfeiertag gegenüber der Internetausgabe des „kicker“ das Wolfsburger Interesse bestätigt. Friedrich forciere den Wechsel keineswegs, sagte Neubauer, eine Einigung sei aber „zunächst Sache der Vereine“. Gestern nun sagte Jörg Neubauer, weder er noch Friedrich hätten Gespräche mit den Wolfsburgern geführt.

Friedrich wird wohl in Berlin bleiben. „Wir rüsten doch nicht erst auf, um anschließend unseren Kapitän abzugeben“, sagte Manager Michael Preetz mit Blick auf die drei Spieler, die er in der Winterpause verpflichtet hatte. Die Geschichte ist dennoch brisant, weil Herthas ehemaliger Manager Dieter Hoeneß den Posten des Geschäftsführers in Wolfsburg übernimmt. Friedrich und Hoeneß pflegen ein freundschaftliches Verhältnis, auch nach Hoeneß’ Aus bei Hertha im Sommer riss der Kontakt nicht ab, die beiden telefonieren regelmäßig miteinander. Dieter Hoeneß wollte sich gestern auf Nachfrage nicht äußern.

Arne Friedrich macht sich noch Hoffnungen, von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader der Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Südafrika berufen zu werden. Ein Wechsel nach Wolfsburg würde seine Chancen auf eine Nominierung sicher nicht schmälern.

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