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Badmintons Kurnikowa

Die attraktive Carola Bott bringt ihrer Sportart Aufmerksamkeit
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Bielefeld. Mit ihren langen Beinen zieht Carola Bott die Blicke auf sich. Sie ist 19 und hat ein enges Sportdress an. Auch wenn sich bei den deutschen Badminton-Meisterschaften in Bielefeld an den ersten Tagen nicht so viele Zuschauer auf den Rängen verlieren, so ist die Nummer 117 der Weltrangliste doch ein Star. Geduldig schreibt sie Autogramme und auf dem Feld ist sie die am meisten fotografierte Spielerin. Carola Bott könnte das gelingen, was bisher keinem Spieler des Deutschen Badminton Verbandes (DBV) gelungen ist – ihre Sportart aus dem Abseits herauszuholen.

Die Bekanntheit der attraktiven Blondine steigerte sich enorm, als sie vor zwei Jahren begann, in engem Outfit zu spielen. Weil sie die alten Klamotten im Badminton leid war. In der Jugendnationalmannschaft spielen Jungen und Mädchen sogar im gleichen Dress. „Da reichte mir die Hose bis zu den Knien.“ Zunächst hatte ihre knappe Sportmode Ärger verursacht. Bei einem Turnier sei sie mal vom Schiedsrichter aufgefordert worden, etwas anderes anzuziehen. Auch Konkurrentinnen hätten sich schon mal mit Häme über sie ausgelassen. „Diejenigen, die am meisten gelästert haben, tragen jetzt selbst enge Sachen“, erzählt Carola Bott.

Die Saarländerin, die am Olympiastützpunkt in Saarbrücken trainiert, gehört zu den erfolgreichen Nachwuchsspielerinnen des Verbandes und ist gerade dabei, sich bei den Erwachsenen durchzusetzen. Jedoch sind es nicht die Titel, die sie bereits bei den deutschen Jugendmeisterschaften errungen hat, die ihr die Aufmerksamkeit sichern. „Ich trage gerne hautenge Sachen“, sagt Carola Bott. Ein Sportartikelhersteller hat sie unter Vertrag genommen und ihr Kleidung aus dem Tennissortiment zur Verfügung gestellt. Interviews gibt die Bundesligaspielerin des 1.BC Bischmisheim fast schon routinemäßig. Überregionale Zeitungen haben über sie berichtet und sie über die kleine Badmintonszene hinaus bekannt gemacht. „Die Aufmerksamkeit ist gut für alle", sagt Martin Kranitz, Referent für Leistungssport beim DBV. Es sei eben eher die Ausnahme, dass über Badminton berichtet wird. Im Fernsehen gibt es gerade einmal in den dritten Programmen kurze Übertragungen von den German Open. Wenn man Sponsoren anziehen wolle, sagt Kranitz, müsse man auch etwas bieten.

Dass es funktionieren kann, zeigt Carola Bott. Nicht nur, dass der Playboy sie für eine Fotostrecke haben will, vor kurzem meldete sich Manager Norbert Pflippen bei der Saarbrückerin. Er will sie unter Vertrag nehmen. Der Manager hat schon mit Lothar Matthäus und Oliver Kahn gearbeitet. „Er will mir ein Profijahr ermöglichen“, sagt Carola Bott, die zurzeit eine Ausbildung als Bürokauffrau beim Saarländischen Tennisbund absolviert. Bisher hat es bei Badmintonspielern lediglich die Möglichkeit gegeben, durch eine Verpflichtung bei der Sportförderkompanie der Bundeswehr eine Profilaufbahn einzuschlagen. „Wir wollen das über Sponsoren finanzieren“, sagt Carola Bott.

Auch wenn die junge Blondine in ihrem Äußeren an die russische Tennisspielerin Anna Kurnikowa erinnert, so mag Carola Bott diesen Vergleich nicht. „Die hat doch nichts gewonnen.“ Die Saarbrückerin will sportlich mehr schaffen. „Sie ist ehrgeizig und hat das Potenzial für die besten zwanzig Spielerinnen der Welt“, sagt Bundestrainer Asger Madsen, der in Saarbrücken täglich mit seinem Talent trainiert. Während sich die besten DBV-Leute derzeit im Endspurt der Qualifikation für die Olympischen Spiele befinden, kommt dieses Turnier für Carola Bott noch zu früh. In Bielefeld verlor sie im Einzel im Viertelfinale gegen die topgesetzte Huaiwen Xu in zwanzig Minuten mit 5:11, 4:11. Die gebürtige Chinesin wird den DBV als beste Spielerin vertreten. „Mein Ziel ist Olympia 2008“, sagt Carola Bott.

Und wenn es mit den Erfolgen klappt, dann überlegt sie sich auch noch einmal das Angebot des Männermagazins. „Ich finde nichts dabei, andere Sportlerinnen haben das ja auch schon gemacht.“ Die ungeteilte Aufmerksamkeit – nicht nur der Badmintongemeinde – wäre ihr sicher.
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