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Rassistische Attacke beim Fußball Nigerianer wehrt sich und zeigt Hitlergruß

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Berlin - Dreitausend Zuschauer waren am Sonnabend zum Punktspiel der NOFV-Oberliga Süd ins Kurt-Wabbel-Stadion von Halle gekommen. Kurz vor Schluss schaffte der HFC gegen Sachsen Leipzig den 2:2-Ausgleich, was die Gästeanhänger in Rage brachte. Sie stürmten den Rasen. Die Polizei musste sie wieder in ihren Block treiben.

Schon während des gesamten Spiels war der Leipziger Spieler Adebowale Ogungbure wegen seiner Hautfarbe immer wieder mit Affenlauten verhöhnt worden. Als der Nigerianer nach dem Spiel als einer der letzten den Innenraum verlassen wollte, kam es zu Tätlichkeiten von Hallenser Zuschauern gegen ihn. Der 24-Jährige reagierte überraschend mit einem Hitlergruß vor der Haupttribüne. Gegen ihn wurde daraufhin Anzeige wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole erstattet.

Seine Reaktion will der Ex-Cottbuser jedoch nicht als Tolerierung der NS-Bewegung verstanden wissen. Ogungbure sagte: „Ich wurde geschlagen und wusste nicht, wie ich mich wehren sollte. In meiner ganzen Karriere wurde ich noch nie so schlecht behandelt wie in dieser Oberliga. Ich bin kein Affe oder Bimbo, sondern ein Mensch.“

Die Reaktion der Polizei in Halle verblüfft: Sie hat eine Anzeige gegen den nigerianischen Spieler geschrieben, aber keine gegen einen der mutmaßlichen Angreifer. Da „ein Bürger“ berichtete, Ogungbure habe nach dem Spiel den Hitlergruß gezeigt, werde jetzt ermittelt, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Halle, Siegfried Koch, am Montag dem Tagesspiegel. Der Augenzeuge habe jedoch nichts über Beleidigungen oder Schläge gegen den afrikanischen Spieler gesagt. Ob der „Bürger“ möglicherweise selbst einer der Angreifer war, weiß die Polizei nicht. mko/fan
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