Sport : Aserbaidschan bucht um

Visaprobleme vor Hockey-Europacup in Berlin

J. Schäuble/I. Schmidt-Tychsen

Berlin - Schließlich konnte Horst Buhr doch noch aufatmen. Lange hatte der Teammanager des Berliner Hockey- Clubs nicht gewusst, ob die Mannschaft aus Aserbaidschan rechtzeitig in Berlin eintreffen würde, bevor der Frauen-Europapokal der Landesmeister beginnt. Der Landesmeister Ata Sport hatte die Spielerlisten nicht nach Deutschland geschickt, die Visa konnten nicht beantragt werden. Erst am Montag traf die Liste mit den Namen ein, der BHC konnte eine offizielle Einladung zurückschicken, in einer Hauruck-Aktion wurde alles bei der Deutschen Botschaft in Baku eingereicht. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Spielerinnen aber eigentlich bereits in Berlin landen sollen. Die Flüge waren verfallen, es mussten neue für Mittwoch gebucht werden. „Hauptsache, sie sind endlich da“, sagt Horst Buhr.

Sportlich sind die Frauen aus Aserbaidschan auf jeden Fall ein Gewinn: 2005 stand die Mannschaft im Endspiel des Europapokals, in dem sie gegen die Holländerinnen verlor. Das Team aus der südkaukasischen Republik ist in etwa deckungsgleich mit der Nationalmannschaft des Landes – kein leichter Gegner für die jungen BHC-Spielerinnen. In der Vorrunde treffen beide Mannschaften aber noch nicht aufeinander, erst bei den Endspielen ist eine Begegnung möglich. Die acht Teams sind in zwei Vierergruppen aufgeteilt. Ab heute treten sie im Stadion an der Zehlendorfer Wilskistraße gegeneinander an (siehe Kasten).

Noch länger, als die Aserbaidschanerinnen für ihren Flug brauchten, dauerte die Anreise der Spielerinnen vom weißrussischen Klub Ritm Grodno. „Die Mannschaft kommt zu jedem Europapokal mit dem Bus“, sagt Buhr, „das ist billiger.“ Bei den Weißrussinnen wisse man nie, ob sie tatsächlich kommen, „und dann sind sie irgendwie doch da“. 18 Stunden fuhr der Bus, kurz nach der Ankunft gestern wurde trotzdem wieder trainiert. „Viel Arbeit, das ist unser Erfolgsrezept“, sagt Nina Dashko, die Trainerin.

Der Berliner HC geht geschwächt in den Europacup: Nationalspielerin Natascha Keller wird definitiv nicht an dem Turnier teilnehmen können, das steht seit gestern morgen fest. Die Stürmerin hatte sich vor eineinhalb Wochen einen Finger gebrochen. Ein herber Verlust: Mit bislang zehn Toren in der Bundesliga ist sie die treffsicherste Berliner Angreiferin.

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