Sport : Assauer erklärt Bankrott

0:2 gegen Hannover – Schalkes Manager droht den Spielern

Richard Leipold

Gelsenkirchen. Rudi Assauer hatte „den Herren Lizenzspielern“ des FC Schalke 04 schon vor dem Anpfiff „ein Armutszeugnis“ ausgestellt. Nach dem blamablen 0:2 gegen Hannover 96 teilte der wütende Manager weiter aus. „Das war eine Bankrotterklärung“, rief er in die Mikrofone. „Hier werden zehn Jahre meiner Aufbauarbeit kaputtgemacht.“ Der Manager kündigte an, über die Geschehnisse noch „eine Nacht zu schlafen“. Dann aber schon, sagte Assauer, „kann es sein, dass es für einige Spieler auf Wiedersehen heißt“. Nach der dritten Niederlage in Serie gegen einen Abstiegskandidaten sieht Assauer selbst die Qualifikation für den UI-Cup in Gefahr: „Es wird eng.“ Den Kampf um einen Platz im Uefa-Pokal, schienen die Westfalen schon vor dem Anpfiff aufgegeben zu haben. Jedenfalls agierten sie so. Mit ihrem holprigen Spiel voller Fehlpässe vermochten sie den Aufsteiger nur zweimal in Verlegenheit zu bringen.

Die emotionslose und ideenlose Kickerei der Schalker passte zum Vorwort Rudi Assauers. Der Manager hatte seiner Empörung über die Leistungen der letzten Zeit freien Lauf gelassen und wieder einmal mit Geldstrafen gedroht. „Ich glaube nicht mehr an ein gutes Ende der Saison. Ich habe keine Hoffnung mehr“, hatte er gesagt. Zumindest in diesem Punkt haben sich die Profis die Gedanken des Managers offenkundig zu eigen gemacht. Sie traten auf wie ein Haufen hoffnungsloser Fälle. An diesem Tag konnte nichts und niemand die Schalker aufrütteln – weder die Wut der eigenen Fans noch Hannovers Führungstor, das Krupnikovic nach einer Stunde mit einem gefühlvollen Freistoß erzielte. Statt sich aufzubäumen, ließen die Schalker den Gegner gewähren. Begünstigt durch einen fehlgeleiteten Querpass von Andreas Möller schoss Mittelfeldstratege Jiri Stajner das zweite Tor (13. Minute). Die Entscheidung war gefallen und Schalke auf dem Tiefpunkt der letzten drei Jahre angekommen. Lichte Höhen erreichen die Blauen in dieser für sie desaströsen Saison nur bei den Platzverweisen. Kapitän Waldoch, der kurz vor Schuss die Gelb-Rote Karte sah, wurde als neunter Profi von Schalke in dieser Saison des Feldes verwiesen. Besonders hart kritisierte Assauer den verhinderten Regisseur Andreas Möller, der von Beginn an spielte, aber keine Impulse zu geben wusste. „Man hat gesehen, dass es nicht mehr reicht.“

Bei den Fans gab es kein Halten mehr. Nach dem 0:2 pfiffen sie die Heimmannschaft bei jedem Ballkontakt aus. Assauer zeigte Verständnis für den Unmut der Anhänger. „Das Publikum ist genauso enttäuscht wie wir im Vorstand.“ Während der Manager den eigenen Verein vor einem Trümmerhaufen sieht, traten die Hannoveraner voller Zuversicht die Heimreise an. „Wir sind noch nicht durch", sagte 96-Trainer Ralf Rangnick. „Aber wir haben es am Samstag gegen Mönchengladbach selbst in der Hand.“

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