Sport : Asse für Athen

Arantxa Sanchez hatte ihre Tenniskarriere beendet – jetzt will sie bei Olympia starten

Benedikt Voigt

Es gibt Trauriges zu berichten aus dem Leben von Arantxa Sanchez-Vicario. Die Spanierin läuft in diesem Jahr auf dem Tennisgelände der German Open in Berlin ohne Hund herum, in den Vorjahren war sie immer mit einem Terrier in der Sporttasche umhergezogen. Sanchez-Vicario kann das auf Deutsch erklären: „Roland kaputt.“ Als sie merkt, dass diese Worte bei den Zuhörern Unverständnis auslösen, sucht sie nach einem besseren Ausdruck: „Roland tot.“ Ihre fröhliche Miene widerspricht etwas der Tragik. Der Verlust trifft sie offenkundig nicht so schwer. „Roland war auch schon 16 Jahre alt.“

Sanchez-Vicario ist 33 Jahre alt und, was ihr Leben als Tennisprofi betrifft, war es für sie vor eineinhalb Jahren auch vorbei. Damals beendete sie ihre Tenniskarriere. Am Montag aber feierte die Spanierin bei den German Open ihr Comeback. An der Seite der Französin Mary Pierce besiegte sie Tatjana Garbin/Alina Jidkowa 6:4, 6:1. Es war ihr erstes Tennismatch seit November 2002. Und das hat einen Grund: Sanchez will im Sommer bei Olympia in Athen dabei sein. Es wären ihre fünften Spiele, und mit vier Medaillen ist sie die erfolgreichste spanische Athletin aller Zeiten.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Sanchez-Vicario bei der Eröffnungsfeier die spanische Fahne tragen wird. „Damit würde ein Traum wahr werden“, sagt sie. Doch zunächst muss sie nominiert werden. Sie hat um eine Einladung gebeten, nun wird entschieden, ob sie wirklich nach Athen fahren darf. „Das ist nun Politik, da kann ich nur warten und sehen, was passiert.“

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