ATP : Haas und Schüttler in Dubai weiter

Trotz widriger Bedingungen haben sowohl Thomas Haas als auch Rainer Schüttler beim ATP-Turnier in Dubai Erstrunden-Erfolge gefeiert.

Dubai - Memphis-Sieger Thomas Haas hat die Müdigkeit überlistet und ist wie Rainer Schüttler in die zweite Runde des Tennisturniers in Dubai eingezogen. Nur 46 Stunden nach seinem Titelgewinn im US-Bundesstaat Tennessee und einem anstrengenden Dreizehn-Stunden-Flug an den Persischen Golf knüpfte der 28-Jährige am Dienstagabend an seine beeindruckende Erfolgsserie an und setzte sich trotz aller Widrigkeiten im ersten Vergleich mit dem Tschechen Radek Stepanek in 77 Minuten mit 6:4, 6:3 durch. Bei seinem Dubai-Debüt bekommt es der Weltranglisten-Neunte nun an diesem Mittwoch mit dem 60 Plätze schlechter eingestuften Franzosen Florent Serra zu tun.

Im Duell zweier Qualifikanten gewann Rainer Schüttler in der prallen Mittagssonne gegen den Italiener Andreas Seppi mit 6:0, 7:6 (7:5) und stoppte seine auch in dieser Saison wieder quälende Erstrunden-Seuche. Nächster Gegner des Vorjahres-Halbfinalist aus Korbach ist der 19-jährige Serbe Novak Djokovic, der schon auf Platz 14 der Weltrangliste aufgerückt ist. Für den dritten deutschen Starter war dagegen die erste Runde Endstation. Der Bamberger Philipp Kohlschreiber verlor mit 4:6, 4:6 gegen Gilles Simon aus Frankreich.

"Ich bin vor 17 Stunden erst gelandet, weil wir in New York im Schneesturm gestanden haben. Dafür war das Match nicht schlecht", sagte Haas, der trotz heftigen Windes auf dem schnellen Hartplatz zeigte, warum er bei seinem Turniersieg nicht einen Satz hatte abgeben müssen. Knallhart und präzise kamen seine Aufschläge und auch die kühle Wüstennacht störte ihn nicht. "Aber ich war ganz schön müde", meinte der Wahl-Amerikaner. Doch Stepanek war kein ernsthafter Prüfstein für Haas, der die Bilanz seines besten Saisonstarts auf fünfzehn Siege bei zwei Niederlagen ausbaute.

Schüttler "einfach nur happy"

"Ich bin einfach nur happy", sagte Schüttler nach seinem erst zweiten Sieg des Jahres auf der ATP-Tour und wischte sich den Schweiß von der Stirn. "Hauptsache gewonnen", sagte der 30-Jährige, der bei seinem Lieblingsturnier im vorigen Jahr erst in der Vorschlussrunde von Rafael Nadal gestoppt worden war. Der Spanier, der sich beim 3:6, 6:2, 6:3 gegen Marcos Baghdatis aus Zypern äußerst schwer tat, gewann danach auch die Hartplatz-Veranstaltung und entthronte den Schweizer Roger Federer, der in Runde zwei auf den Italiener Daniele Bracciali trifft, während Nadal gegen den Russen Igor Andrejev antreten muss.

Dass er nach einem mit dem Pfeiffer'schen Drüsenfieber, etlichen Verletzungen und Rückschlägen gespickten Jahr wieder ins Halbfinale vordringen kann, erwartet der nur noch auf Platz 98 der Weltrangliste notierte Schüttler eigentlich selbst nicht. "Erst einmal bin ich heilfroh, dass ich die erste Runde überstanden habe." Dabei fühle er sich körperlich endlich wieder blendend und seine Augen blitzten dabei voller Entschlossenheit. Denn ans Aufhören verschwendet er keinen Gedanken. "Okay, ich bin nicht mehr der Jüngste, aber ich fühle, dass noch einiges in mir steckt. Ich will bis Ende der Saison unter die besten 50 Spieler der Welt vordringen", hat sich die einstige Nummer fünf (April 2004) vorgenommen. (tso/dpa)

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