Sport : ATP-Turnier in Indian Wells: Gerüchte um Manipulation

Die Altstars Andre Agassi und Pete Sampras haben dem Tennis-Nachwuchs beim mit 2,9 Millionen Dollar dotierten ATP-Turnier in Indian Wells nochmals eine Lektion erteilt und wie Russlands Olympiasieger Jewgenj Kafelnikow das Halbfinale erreicht. Einziger Youngster bei der Schluss-Offensive in der kalifornischen Wüste ist Lleyton Hewitt. Der 20-jährige Australier gewann als Nummer sechs der Setzliste 6:1, 6:3 gegen den Franzosen Nicolas Escude und hat nun Andre Agassi zum Gegner. Nach seinen Arbeitssiegen über Thomas Haas (München) und Nicolas Kiefer (Hannover) setzte sich der an Nummer vier eingestufte Australian-Open-Sieger gegen den Ekuadorianer Nicolas Lapentti mit 6:1 und 6:3 durch.

Das beste Turnierspiel hatten die begeisterten Fans allerdings zuvor beim Duell zwischen Sampras und dem zweimaligen US-Open-Sieger Patrick Rafter gesehen. In der Neuauflage des letztjährigen Wimbledon-Finales setzte sich Sampras erneut nach 132 Minuten mit 4:6, 7:6 (7:4), 6:4 durch und ist damit seinem dritten Titelgewinn in Indian Wells nach 1994 und 1995 ein gutes Stück näher gekommen. Sein Halbfinalgegner Kafelnikow zog mit einem 6:4, 6:3-Sieg über den US-Amerikaner Jan-Michael Gambill in die Vorschlussrunde ein.

Gerüchte um Manipulationen beim Damenturnier an gleicher Stelle gab es nach dem geplatzten Halbfinalduell der beiden Williams-Schwestern. Nachdem Venus Williams auf das Spiel gegen ihre jüngere Schwester Serena wegen Knieproblemen verzichtet hatte, wurde von Absprachen gemunkelt. Darüber berichtet jedenfalls die Tageszeitung "National Enquirer" unter Berufung auf einen Ohrenzeugen. "Jeder gibt Kommentare ab. So entstehen Gerüchte. Gerüchte sind interessanter als die Wahrheit", sagte Venus Williams, die vor 11 000 Zuschauern nur wenige Minuten vor Matchbeginn ihren Rückzug erklärt hatte.

"Wer ins Finale kommt, entscheidet Vater Richard Williams", hatte die russische Olympiazweite Jelena Dementjewa schon nach ihrer Viertelfinalniederlage gegen Venus Williams gesagt. Über Absprachen der beiden Schwestern war schon mehrfach gemunkelt worden. Und nicht nur bei ihnen: Auch bei den Stars Martina Hingis (Schweiz) und Lindsay Davenport (USA) war davon schon die Rede gewesen. Die unerwartet klare Niederlage von Serena Williams im letztjährigen Familien-Duell des Wimbledon-Halbfinales hatte bei allen Beobachtern Zweifel aufkommen lassen. Im Finale von Indian Wells trifft Serena nun auf die Belgierin Kim Clijsters. Sie setzte sich in der Vorschlussrunde überraschend souverän gegen Martina Hinigs mit 6:2, 2:6, 6:1 durch.

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