ATP-Turnier in L.A. : Kiefer gibt verletzt auf

Kein Happy End für Nicolas Kiefer in Los Angeles: Bei seinem glanzvollen Comeback auf der ATP-Tour ist der Tennisprofi auf dem Weg in sein erstes Finale seit 2005 von einer Knieverletzung gestoppt worden.

Wolfgang Müller[dpa]

Los Angeles/Hamburg Kein Happy End für Nicolas Kiefer in Los Angeles: Bei seinem glanzvollen Comeback auf der ATP-Tour ist der Tennisprofi auf dem Weg in sein erstes Finale seit 2005 von einer Knieverletzung gestoppt worden. Zum Halbfinale bei den Countrywide Classic gegen den Tschechen Radek Stepanek konnte der Hannoveraner nicht mehr antreten. Mit einem Mikrofon in der Hand trat Kiefer, der für die Hartplatz-Veranstaltung in Kalifornien eine Wildcard erhalten hatte, auf den Center Court und richtete sich direkt an das Publikum.

"Es tut weh, hier stehen zu müssen und zu sagen, ich bin verletzt. Normalerweise steht man hier und bedankt sich für einen Pokal oder einen Scheck", sagte Kiefer sichtlich enttäuscht. Sein letztes Endspiel hatte er Ende Oktober 2005 in St. Petersburg gegen den Schweden Thomas Johansson bestritten. Erst Mitte Juni dieses Jahres war der Daviscup-Spieler nach 373 Tagen Verletzungspause und zwei Operationen am Handgelenk in den Tennis-Zirkus zurückgekehrt. Beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon scheiterte Kiefer erst in der dritten Runde an dem serbischen Shootingstar Novak Djokovic.

"Schlau genug, nicht zu spielen"

Trotz des unglücklichen Endes war der Los-Angeles-Finalist von 2004 mit seiner Turnierwoche zufrieden. "Ich bin auf einem guten Weg zurück und spiele wieder ganz ordentliches Tennis", sagte Kiefer. Ausdrücklich bedankte er sich bei dem Turnierveranstalter für die Wildcard und "das Vertrauen, das er in mich hatte". Doch die Strapazen der vergangenen Wochen machten sich schließlich doch bemerkbar. "Ich bin mit Knieschmerzen aufgewacht. Der Schmerz ging nicht weg. Wir haben alles versucht", berichtete der ehemalige Weltranglisten-Vierte. "Ich bin froh, dass ich schlau genug war, nicht zu spielen. Ich denke, es ist die richtige Entscheidung." Im Finale standen sich Stepanek und James Blake (USA) gegenüber.

Bereits zuvor hatte die aktuelle Nummer 409 das mit 525.000 Dollar dotierte Turnier in Los Angeles als "Durchgangsstation" für die am 27. August beginnenden US Open bezeichnet. Auf dem Weg ins Halbfinale hatte er bei seinen Siegen gegen die Russen Teimuras Gabaschwili und Igor Kunizyn sowie seinen Kumpel Michael Berrer (Stuttgart) keinen Satz abgegeben. "Ich versuche, bis zu den US Open so viele gute Matches wie möglich zu absolvieren", sagte Kiefer. Die nächste Gelegenheit bietet sich beim Masters-Series-Turnier im kanadischen Montréal. Dort stand er 2005 im Achtelfinale und verlor gegen den späteren Finalisten Andre Agassi. (mit dpa)

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