ATP-Turnier in München : Kohlschreiber schlägt Grosjean

Philipp Kohlschreiber hat beim Tennisturnier in München das Viertelfinale gegen den Franzosen Sebastien Grosjean gewonnen. Der Daviscup-Spieler siegte glatt in zwei Sätzen und steht zum zweiten Mal im Halbfinale eines ATP-Turniers.

München - 13 Jahre nach Wimbledonsieger Michael Stich schickt sich ein wild entschlossener Philipp Kohlschreiber an, wieder für einen deutschen Erfolg beim Tennisturnier in München zu sorgen. Der 23 Jahre alte Daviscup-Spieler aus Bamberg ließ sich am Freitag im Viertelfinale auch von Thomas-Haas-Bezwinger Sebastien Grosjean nicht stoppen. Kohlschreiber besiegte den Franzosen trotz einer kleinen Schwächephase im zweiten Satz verdient mit 6:4, 7:6 (7:5).

"Ich bin überglücklich, noch dazu, weil es in Deutschland ist. Ich war überragend. Bis zum 4:1 im zweiten Satz habe ich unglaubliches Tennis gespielt", kommentierte der Sieger: "Ich fühle mich gut und körperlich stark." Im Kampf um seine Endspiel-Premiere auf der Profi- Tour muss Kohlschreiber an diesem Samstag bei den mit 353.450 Euro dotierten Internationalen Tennis-Meisterschaften von Bayern entweder seinen Daviscup-Teamkollege Alexander Waske (Frankfurt/Main) oder den an Nummer vier gesetzten Marcos Baghdatis aus Zypern ausschalten.

Viel Lob von Stich

Stich, der 1994 der letzte deutsche Gewinner auf dem Münchner Sand war und am Donnerstagabend auf der Iphitos-Anlage einen Schaukampf gegen Henri Leconte bestritten hatte, traut Kohlschreiber nicht nur beim laufenden Turnier noch einiges zu. "Philipp hat einen sehr großen Schritt gemacht. Er fängt langsam an, sein Potenzial auszuschöpfen", sagte Stich über den Rechtshänder, der Anfang des Monats beim Viertelfinal-Erfolg gegen Belgien sein Daviscup-Debüt für Deutschland gegeben hatte.

Kohlschreiber erwischte gegen den früheren Weltranglistenvierten Grosjean vor rund 3000 Zuschauern einen blendenden Start. Er ließ sich im ersten Satz auch von einem Aufschlagverlust bei 5:2-Führung nicht aus dem Konzept bringen. Der 23-Jährige spielte präzise, sehr lang in den Grundschlägen und strahlte großes Selbstbewusstsein aus.

Zitterpartie im Tie-Break

Bei 4:1-Führung im zweiten Durchgang sah Kohlschreiber schon wie der sichere Sieger aus, doch dann brachte er Grosjean mit Fehlern unnötig zurück ins Match. Im Tie-Break zitterte sich Kohlschreiber dann nach 92 Minuten beim ersten Matchball zum insgesamt verdienten Erfolg. Als erster deutscher Halbfinalist seit Thomas Haas (2005) hat der 23-Jährige schon 16.700 Euro Wochenlohn sicher.

Vor Kohlschreiber war der an Nummer drei gesetzte Russe Michail Juschni durch einen 6:2, 7:6 (7:5)-Sieg gegen den Österreicher Jürgen Melzer zum zweiten Mal nach 2002 in München in die Vorschlussrunde eingezogen. (Von Inga Radel, dpa)

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